Vermehrung selbständiger Zollgebiete
alten Zentren wieder aufgebaut habe. Die Folge sei, daß heute die
französische Wollindustrie eine größere Zahl von überaus leistungsfähigen,
mit aller modernen Technik ausgerüsteten. Fabriken besitze
und daher im Jahre 1924 weit „größere Möglichkeiten der Erzeugung
aufweise als 1914“.%?)
Zu diesen Momenten wachsender Selbstversorgung kommt endlich
noch die Tatsache, daß die „Friedens“-Verträge zur Bildung
einer Reihe neuer und autonomer Staaten führten, die schon aus
rein gefühlsmäßig-nationalistischen Gründen alles versuchen, um
möglichst viele Waren innerhalb der eigenen Grenzen zu erzeugen.
Mit Recht schrieb der Engländer J.C. Hamilton im Daily Chronicle ®):
„Diese jungen Staaten haben keine andere Tradition als die der
Selbstanerkennung und keine Erfahrung in der Unabhängigkeit ihres
Lebens. Ihr erster Instinkt richtet sich darauf, ihre Grenzen in chinesische
Mauern zu verwandeln.“ Im Zusammenhang mit der politischterritorialen
Umstellung Europas durch die „Friedens“-Verträge ist
die Zahl der unabhängigen Zollverwaltungen in Zentral- und Osteuropa
annähernd verdoppelt worden.) Schon diese Tatsache allein
ist bezeichnend für die stärkere gegenseitige Absperrung von Wirtschaftsgebieten
und deren Bestreben, die handelspolitische Selbständigkeit
nun auch durch eine möglichst große Selbständigkeit
auf wirtschaftlichem Gebiete zu ergänzen.
Es ist selbstverständlich im nationalen Einzelfalle überaus schwer
zu entscheiden, inwieweit die Selbstversorgung während des Krieges
und nachher in erster Linie durch die unmittelbaren Erfordernisse
des Krieges und die durch ihn bewirkte Desorganisation der Weltwirtschaft,
inwieweit sie durch die Maßnahmen zielbewußter handelspolitischer
Absperrung gesteigert worden ist. Wir müssen uns
damit zufrieden geben, zunächst die wichtigsten Entwicklungen dieser
Selbstversorgung in einzelnen Ländern wiederzugeben, ohne den
besonderen Einfluß der soeben aufgezählten Faktoren im einzelnen
hachzuprüfen.
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62) Vgl. Department of Overseas Trade. „Economic Conditions in
France“, 1924. Desgl. Economist vom 29. August 1925. S. 334.
63) Vgl. Levy, Grundlagen der Weltwirtschaft. S, 149.
64) Vgl. Overseas Markets. S. 16.