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Der Anteil des einheimischen Garns am Verbrauch stieg in der
Periode 1861 bis 1865 auf 73,6 % und in der Periode 1866 bis 1870
auf 77,4 % x ). Wenn jedoch G. Schmoller behauptet, in der Zeit
von 1850 bis 1870 sei die deutsche Baumwollspinnerei zu „vollstän
diger Ebenbürtigkeit“ mit der englischen herangewachsen 2 ), so trifft
das nicht zu. Noch heute kann das Ausland gewisse Garne billiger
und besser liefern als die deutsche Spinnerei, weil dort die Produk
tionsbedingungen bessere sind.
Kapitel IV.
Die Zeit nach dem deutsch-französischen Kriege bis zum
Zolltarifgesetz von 1879.
Nach der siegreichen Beendigung des Krieges gegen Frankreich
tritt die Entwicklung unserer Industrie wiederum in ein neues Stadium.
Was zunächst die allgemeinen Wirkungen für Handel und Industrie
anbelangt, die sich als Folgen der Reichseinheit ergeben, so glaube
ich mich hier mit einem kurzen Hinweis darauf begnügen zu können,
da sie ja die Baumwollindustrien nicht speziell betreffen 3 ). Manche
der bedeutungsvollen Maßnahmen wurzeln schon in früheren Jahren,
zum Teil schon in der Gründerzeit des sechsten Jahrzehnts, wie die
Organisation des Bankwesens und die Ausbildung des Handelsrechts.
l) L. Beins (a. a. O. S. 349), Berechnung der inländischen Garnproduktion lautet
anders als die hier von Bienen gräber mitgeteilte. Sie sei der Vollständigkeit halber eben
falls angeführt:
Deckung des Garnbedarfs im Zollverein
durch inländische Spinnereien durch das Ausland
0/
'0
0/
/ 0
1836—1840
29,3
70,7
1841—1845
3 2 ,6
67,4
1846—1850
35.5
64,5
1851—1855
47,o
53,o
• 1856—1860
59.9
40,1
1861—1865
76,4
23,6
1866—1870
79.7
20,3
2) G. Schmoller, a. a. O. S. 455.
3) Eine zusammenhängende ansprechende Darstellung davon gibt z. B. W. Sombart,
Der moderne Kapitalismus, 2 Bände, Leipzig 1902. bezw. Die deutsche Volkswirtschaft im
19. Jahrhundert, Berlin 1903.