398
Konkursbilanzen.
versahen sie mit eigenem Akzept und verkauften diese Finanz
tratten (oder Gefälligkeitswechsel?), die in der Konkursbilanz
von Asmus mit 625 000 M. angegeben waren. Daneben hatten
Haller, Soehle & Co. der Ölmühle ständig Akzeptationskredit
gewährt (Kreditakzepte, im Lübecker Konkursbericht mit
2,53 Mül. angegeben), die diese durch Diskontierung ihrer Tratten
auf H. S. benutzten.
Am 3. Mai 1908 wurde das Konkursverfahren über die Firma
Haller, Soehle & Co. in Liquidation eröffnet.
3. Beispiel: Im Konkurs einer stillen Gesellschaft (§§ 341,
342 HGB.) kann der stille Gesellschafter die Einlage, soweit sie
den Betrag des auf ihn entfallenden Verlustanteils übersteigt,
als Konkursforderung anmelden. Deshalb hat die ordnungsmäßig
aufgestellte B. zunächst diesen Verlustanteil zu ermitteln. Z. B. x )
A. beteiligt sich mit 40 000 M. vollbezahlter Einlage und % Ge
winn und Verlust als stiller Gesellschafter. Das Vermögen des
Geschäftsinhabers ist 9000; Konkurseröffnung am 15. August.
Die Inventur ergibt 87 000 Aktiva, 75 000 Schulden.
Verlustberechnung: Schulden 75 000 M
Einlage 40 000 + 4 % Zinsen bis 15. August... 41 000 „
Einlage des Inhabers + 4 % Zinsen 0 225 „
Passiva 125 225 M
Ab Aktiva 87 000 „
Verlust 38 225 M
Verlustanteil des stillen Gesellschafters 9 556 ,, = y 4 .
Die nicht bevorrechtigte Konkursforderung des stillen Ge
sellschafters beträgt demnach 40 000 abzüglich 9556,25 =
30 443,75. Wäre die Konkursdividende beispielsweise 30 %, so
erhält der Gesellschafter 9155 und verliert insgesamt 77,1 %
seiner Einlage.
Als 4. Beispiel für die Konkursbilanz einer Aktiengesellschaft
diene der folgende Status;
*) Nach Berliner, Schwierige Fälle der Buchhaltung. 3. Aull. Han
nover 1909, 8. 23, 130.