Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Künstliche Düngemittel. 
III. Salpeterstickstoff. 
Die Verfahren, durch Glühen mit Kieselsäure (6—7-fache Menge des Sal 
peters) und mit Kaliumbichromat (3—4 fache Menge des Salpeters) den Salpeter- 
Stickstoff zu bestimmen, seien hier nur erwähnt, da wohl augenblicklich die Ver 
fahren kaum noch Anwendung finden, sondern allgemein nur nach den schon vorher 
S. 141 angegebenen Verfahren von M. Jodlbaur und 0. Förster oder nach einem 
der folgenden Verfahren gearbeitet wird. 
1. Reduktion der Salpetersäure zu Stickoxyd. Hierfür wird das Sohlösing- 
Wagnersche Verfahren 1 ) angewendet. In das Kochfläschchen (a) von 250—800 ccm Inhalt 
(vergl. Pig. 22 a), welches durch einen doppelt durchbohrten Kautschukpfropfen geschlossen 
ist, reicht ein 15 ccm fassendes Triohterrohr mit Glashahn (b). Das untere, mit enger Öffnung 
versehene Ende dieses Rohres reicht in den Bauch des Kochfläschchens, jedoch nicht bis 
in die Flüssigkeit. Durch die zweite Öffnung des Stopfens geht ein Gasleitungsrohr (c), 
Fig, 22 a. Fig. 22 b. 
Wagners Apparat zur Bestimmung des Salpeter-Stickstoffs. 
geeignet gebogen, bis in die mit Wasser versehene Glaswanne. Ein Gestell hält über der 
Wanne die Meßröhren, welche von oben nach unten in 1 / 10 ccm geteilt sind. In das 
Kochfläschchen bringt man 40 ccm Eisenchlorürlösung (etwa 200 g Eisen im Liter ent 
haltend) und ebensoviel 20%-ige Salzsäure. Man vertreibt nun durch anhaltendes 
Kochen und mit der Vorsicht, daß das Trichterrohr stets etwas Salzsäure enthält, die 
atmosphärische Luft aus dem Apparat. Sodann bringt man eine der Meßröbren über das 
Gasleitungsrohr und in das Trichterrohr 10 ccm einer Normalsalpeterlösung, die im Liter 
genau 33 g chemisch reines, wasserfreies salpetersaures Natrium enthält. Der Glashahn 
wird alsdann so gestellt, daß die Normallösung langsam in die siedende Eisenlösung tropft. 
Ist dies bis auf einen kleinen Rest geschehen, so wird das Trichterrohr 2-mal mit 10 u / 0 -iger 
Salzsäure nachgespült und die Säure in gleicher Weise wie die Salpeterlösung tropfen 
weise in die siedende Eisenlösung gebracht. Findet keine Entbindung von Stickoxydgas 
mehr statt, so ist die Reaktion beendet. Man schiebt alsdann, während man den Inhalt 
des Kölbchens stets im Sieden erhält, das Meßrohr vorläufig zur Seite, ersetzt es durch 
ein anderes und bringt 10 ccm der Lösung des zu prüfenden Chilisalpeters, welche eben- 
ö Den hierzu nötigen Apparat kann man von Ehrhardt und Metzger, Darm 
stadt, beziehen; Beschreibung und Anweisung werden beigefügt.
	        
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