Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

146

Künstliche  Düngemittel.

wendende  Kaliumhydroxyd  salpetersäurefrei  und  der  Zinkstaub  metallreich
ist,  d.  h.  nicht  zu  viel  Oxyd  enthält,  also  eine  gut  reduzierende  Wirkung  äußert,
so  ist  dieses  Verfahren  neben  dem  von  K.  Ul  sch  (S.  147)  wegen  seiner  Einfachheit
sehr  zu  empfehlen,  zumal  wenn  es  sich  um  vereinzelte  Bestimmungen  handelt,
zu  deren  Ausführung  das  Schlösing-Wagner  sehe  Verfahren  verhältnismäßig  viel
mehr  Zeit  erfordert.  Bei  Anwendung  großer  Wasserwannen  zum  Hineinhängen
der  U-förmigen  Böhren  kann  man  mehrere  Bestimmungen  nebeneinander  ausführen.
0.  Böttcher 1 )  verfährt  in  folgender  Weise:  10  g  Salpeter  oder  20  g
salpeterhaltiges  Gemisch  werden  zu  1  1  gelöst  (nötigenfalls  filtriert)  und  hiervon
zur  Bestimmung  50  ccm  =  0,5  g  bezw.  1  g  Salpeter  in  einen  Erlenmeyer-Kolben  von
etwa  */ 4  1  Inhalt  gebracht,  120  ccm  Wasser  und  80  ccm  Natronlauge  von  32°  Be.
(1,8  spezifisches  Gewicht)  zugesetzt;  sodann  fügt  man  5  g  Zinkstaub  und  5  g

Fig.  23.  Apparat  für  die  Bestimmung  der  Salpetersäure  nach  dem  Reduktionsverfaliren.

Eisenpulver  hinzu  (Ferrum  limatum-Pulver)  und  läßt  nach  dem  Verbinden  mit  dem
Destillationsapparat  eine  Stunde  lang  ohne  Erwärmen  stehen.  Alsdann  destilliert
man  unter  lebhaftem  Sieden,  bis  etwa  100  ccm  Flüssigkeit  übergegangen  sind.
A.  Stutzer  verwendet  auf  0,5  g  Salpeter  25  ccm  Natronlauge  von  33°  Be.
und  3  g  Aluminiumdraht  oder  -Blech,  läßt  über  Nacht  stehen  und  destilliert  dann
das  gebildete  Ammoniak  ab.  Herfeld-Bonn  empfiehlt,  nach  vollendeter  Reduktion
erst  einige  Zeit  mit  kleiner  Flamme  zu  erwärmen,  bis  der  Wasserstoff  aus  der
Lösung  ausgetrieben  ist  und  die  Flüssigkeit  ins  Sieden  kommt.  Das  Aluminium  soll
statt  in  Form  von  Draht  in  Form  von  1  cm  breiten  und  2  cm  langen  Streifen  angewendet
  werden.  Devarda *  2  3 )  setzt  zu  0,5  g  Salpeter  etwa  GO  ccm  Wasser,  5  ccm  Alkohol
50  ccm  Kalilauge  von  1,3  spezifischem  Gewicht  und  2-  2 1 /»  g  einer  Legierung,
welche  aus  45  Teilen  Aluminium,  50  Teilen  Kupfer  und  5  Teilen  Zink  besteht
verbindet  den  Kolben  mit  dem  Destillierapparat,  erwärmt  gelinde  und  beginnt  nach
x / 2  Stunde  mit  der  Destillation.  Th.  F.  Schmidt*)  schlägt  Reduktion  mit  Zink'
und  Eisenstaub  in  essigsaurer  Lösung  vor.

x )  Landw.  Versuchs-Stationen  1892,  41,  370.
2 )  Ebenda  1893,  42,  370.
3 )  Chem.-Zeitung  1890,  14,  1410.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.