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Deutschland (Produkte der Viehzucht und Fischerei).
die Erträge finb verhältnismäßig unbe
deutend. Während die benachbarten Na
tionen , namentlich Norweger, Engländer
und Holländer, einen kolossalen Über
schuß für die Ausfuhr haben, muß D. fast
alles importieren. In Emden bildete sich
1872 eine Heringsfischereigescllschaft auf
Aktien, die holländische Fischer in Dienste
nahm. Die 11 Schisse der Gesellschaft
fingen 1877 durchschnittlich je 421 Ton.
Heringe im Bruttoertrag von je 18,314
m. (Ì872-73 je 631, ùfp. 609'/, I. &u
24,639, tcsp. 25,009 9Rf.). 9lud)bie
nenfischerei befindet sich im Verfall,
wiewohl die Regierungen voit Preußen,
Württemberg und Baden die künstliche
Fischzucht unterstützen. Die Zahl der
Fischbrutanstalten betrug 1875 schon 150,
davon in Preußen 63, in Sachsen 15, in
Bayern 19, in Württemberg 14, in Ba
den 19, und ist seitdem sehr gestiegen.
Die Hüninger Fischznchtanstalt hat sich
um die Vermehrung deS Lachses im Rhein
und der Weser große Verdienste erworben.
Auch der sehr vernachlässigten Krebszncht
hat man sich in neucsterZcit wieder mehr zu
gewendet. Der H e r i n g s h a n d e l betrug :
1879 1880
Einfuhr. . . 641144 737580 Faß
Ausfuhr... 2831 1449 -
Der Verbrauch dieses besonders bei der
großen Menge beliebten Nahrungsmittels
betrug 1859 erst 286,963 Faß oder, auf
den Kopf der Bevölkerung berechnet, 1,27
kg gegen 2,47 kg in 1880. Rechnen wir
zu den oben für den Heringshandel ange
führten Mengen noch die übrigen nicht
besonders genannten Fische, welche 1879
in der Einfuhr mit 102,574, in der Aus
fuhr mit 8723 Ton. aufgeführt werden, so
erhalten wir für dies letzte Jahr eine Mehr
einfuhr von 733,556 T. an Nährstoffen,
welche der Fischerei zu danken waren. Und
fassen wir die gewonnenen Resultate mit
andern von uns nicht besonders aufgeführ
ten Posten zusammen, so ergibt der Han
del mit Tieren und animalischen
Nahrungsmitteln (in Mill. Mark):
Einfuhr Ausfuhr
1870: 401,3 304,i
1877: 385,6 328,o
Einfuhr Ausfuhr
1878: 396,6 371,o
1879: 357,o 262,8
Für 1879 entfallen (inTausendenMark):
Einfuhr Ausfuhr
Vieh 183550 141040
Schmalz 42900 1 550
Butter 14000 22000
Heringe 24400 110
Fleischwaren ¡c. . . . 46500 8 970
Dazu Eier, Honig, Krebse, Kaviar re. mit
einem Einfuhrwert von 51 Mill., einem
Ausfllhrwert von 154 Mill. Mk.
Neben diesen Produkten der Viehzucht
und der Fischerei, welche vorzugsweise Er-
nährungszwecken dicneil (auch daö Pferd
wird schon in nicht uilbedeutendenl Maß
dazu herangezogen), treten andre in den
Vordergrund, welche zur Bekleidung deS
menschlichen Körpers, gu industriellen
Zwecken verschiedener Art dienen. Hierher
gehört in erster Linie die Wolle. D.
ist schon seit langer Zeit ans Importe
angewiesen, und dieses Bedürfnis, das
1859 eilten Mehrimport von ca. 10,000
Ton. verlangte, veraillaßte 1880 einen
solchen von 54,430T. Der Wollhande l
Deutschlands betrug (in Tonnen netto):
Einfuhr Ausfuhr Einfuhr Ausfuhr
1860: 18300 4770 1875: 59000 20100
1865: 34600 7 770 1880: 68755 14325
1870 : 39500 18200
Den Wert aller Schafwolle, roh imb ge
kämmt , nebst Knnstlvolle berechnete man
für 1879 in der Einfuhr auf 273,700,00r
Mk., Ausfuhr 66,440,000 Mk. DiesO
cnormeil Mehrimporte hängen wcnigcc
mit dem Rückgang des Schafbestands
zusammen (in den' letzten Jahren, wie
wir sahen, zwischen 3 und 4 Mill. Stück)
als mit dem Mehrbedarf deS außerordent
lich gesteigerten Verbrauchs, welcher auf
jährlich 166 Mill. Pfd. angeschlagen wird.
Als Lieferanten treten vornehmlich Austra
lien ».Südamerika auf, während D. selbst
feinere Sorten nach England ausführt.
Wollmärkte werden abgehalten zu:
Altcnburg (im Juni), Berlin (19. Juni,
3 Tage), Braunschweig (1. Jtlli, 9. Aug.),
Breölail (9. Juni, 2 Tage), Dres
den (im Juni), Gera (9. Juni), Gum
binnen (31. Mai, 18. Okt.), Hannover
(28.3WIÍ), Wbrowi(30.3um,4S«<A
Hildesheim (23. Juni, 3 Tage), Kassel
1(28. Soni, 3 Tag), Königsberg (18.