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Dr. M. J. Bonn.
die Philippinen behalten, nicht nur, um sie auszubeuten, sondern auch
um eine Mission der sozialen Erziehung und der wirtschaftlichen
Hebung in ihnen zu vollbringen. «Sobald wir sie verlassen,» sagt
die Botschaft des Präsidenten Mac Kinley, «übergeben wir sie der
Anarchie und schließlich der Barbarei. Wir schleudern sie wie
einen goldenen Apfel der Zwietracht unter die aufeinander eifer
süchtigen Mächte, deren keine der anderen die Besitzergreifung be
dingungslos gestatten würde». «Wir werden mit allen Mitteln, die
uns zu Gebote stehen, dieses Volk, das die Vorsehung unter unsere
Gerichtsbarkeit gestellt hat, davon zu überzeugen suchen, daß wir
seine Freiheit und nicht unsere Macht, seine Wohlfahrt und nicht
unseren Gewinn mehren wollen. Jeder Gemeinschaft, über der
unsere Flagge wehte, hat sie Segen gebracht. Ich glaube, die Philip
piner werden es bald erkennen, daß sie auf der weltweiten Fahrt
bis zu ihrer Küste ihre segenbringende Kraft nicht verloren hat.»
Der amerikanische Imperialismus will also ein Herrschaftsverhältnis
gegenüber einer unterworfenen Bevölkerung begründen, nicht um
die Bewohner des Mutterlandes zu bereichern, sondern zum Segen
dieser Bevölkerung selbst. Er sucht nicht Gebiete, die er mit mutter
ländischen Auswanderern besiedeln möchte, oder zum wenigsten, da
Amerika heute noch keine überschüssige Bevölkerung hat, für deren
zukünftige Ausbreitung abstecken möchte. Er will eine Kultur
mission vollbringen. Es läßt sich nicht vermeiden, daß kühlrech
nende Interessenten diese Stimmung zur Verfolgung eigensüchtiger
Zwecke benützen und unter dem Deckmantel großzügiger Welt
beglückung recht nüchterne Geschäftspolitik treiben. Man darf des
wegen dem amerikanischen Volke nicht Heuchelei vorwerfen. Es
sucht eine Politik zu betreiben, wie sie Eroberer, die hochstehenden
Völkern angehören, seit Jahrhunderten verfolgt haben. Sie 1 verlangen
die Unterwerfung nicht nur, um zu herrschen, sondern um zu er
ziehen. Begeistert von einem Ideal ernsthafter, wenn auch etwas
schulmeisterlicher Pflichterfüllung, nehmen sie den Völkern den
Traum der Freiheit, um ihnen die Wohltat der Ordnung zu geben.
III.
Die Herrschaft, die ein Volk über ein anderes ausübt, kann in zwei
facher Weise organisiert sein. Schon der größte der modernen politi
schen Denker, Machiavelii, hat klar ausgesprochen, daß man fremde