202 Der prolet. Klassenkampf zur Unterstützung des kolonialen Freiheitskampfes.
3. Streichung aller Kriegskontributionen und Ansprüche aus früheren Wucher-
anleihen, die den unterdrückten Ländern seitens der Imperialisten aufgezwungen wurden;
4. Freies Verfügungsrecht jedes Landes über die eigenen Bodenschätze, Verkehrswege,
Zölle, Steuern und sonstige Nationaleinkommen, ungeachtet aller angeblichen Rechtstitel,
die sich die imperialistischen Unterdrücker in der Vergangenheit gewaltsam verschafft haben 5
5. Volle Freiheit für jedes Land, seine eigene Staatsform, seine Regierung, seine wirt-
schaftlichen, sozialen, militärischen und kulturellen Einrichtungen selbständig zu bestimmen;
6. Volle Freiheit zur Gestaltung der ausländischen Beziehungen, der Anerkennung oder
Nichtanerkennung fremder Regierungen, von Neutralitäts-, Freundschafts-, Bündnis- oder
Handelsverträgen; |
= 7. Das freie Recht jedes Volkes, auf Grund des Selbstbestimmungsrechtes einen eigenen,
durchaus selbständigen Staat zu bilden und aus dem Verband eines Staates (wie z. B. des briti-
schen Imperiums) auszutreten; S
8. Abschaffung des heuchlerischen Mandatssystems des Völkerbundes. Zurückziehung
des ausländischen imperialistischen Verwaltungs- und Militärapparates aus allen sogenannten
Mandatsländern. Anerkennung ihrer vollen Unabhängigkeit
9. Abschaffung aller sogenannten Protektorate. Zurückziehung der Truppen und aus-
ländischen Verwaltungsapparate aus den Schutzgebieten, sowie Anerkennung ihrer vollen
Unabhängigkeit;
10. Annullierung aller Verträge, die die imperialistischen Großmächte untereinander,
hinter dem Rücken der unterdrückten Völker und auf deren Kosten über „Einflußsphären“,
Wirtschaftsbeziehungen usw. abgeschlossen haben;
11. Als Folgerung aller vorgenannten Forderungen selbstverständlich die volle staatliche
Unabhängigkeit aller derjenigen Gebiete, die bis jetzt von den Imperialisten als deren Be-
sitztum, Kolonie usw. unterdrückt und ausgebeutet worden sind.
Die nationalrevolutionären Unabhängigkeitsbewegungen kämpfen einen mächtigen ge-
meinsamen Kampf gegen den Block der imperialistischen Größmächte und ihrer Helfer,
gegen einen Block, der zwar in taktischen Fragen uneinig sein kann, der aber in der Haupt-
frage, daß die unterdrückten Völker unfrei bleiben sollen, stets einig ist.
Der Imperialismus ist durch seine verzweifelte Lage zu der Notwendigkeit gekommen,
sich offen in dem Kampfe der fortschrittlichen Parteien mit der feudalistisch-militaristischen
Reaktion auf seiten der letzteren zu stellen. So sind die imperialistischen Regierungen der
kulturell am fortgeschrittensten Nationen zu Verbündeten der Vertreter von militärischen
Condottieri und kulturell und olitisch mittelalterlicher Reaktion geworden. So unter-
stützt jetzt England offen die Tome der Kantonregierung. Japan, Frankreich, wie die
anderen imperialistischen Länder, haben reaktionäre Generäle in ihrem Solde und versuchen
vergeblich zu verhindern, daß sich China unter einer nationalen Regierung vereinigt. Der
nordamerikanische Imperialismus hat eine neue Doktrin, die Kellogdoktrin aufgestellt, wo-
nach sie ihr Veto gegen jegliche zentralamerikanische Regierung einsetzt, die sich nicht als
ihre Drahtpuppe hergibt, und in Anwendung dieser Doktrin interveniert er offen in Nicara-
gua. Ähnliche Beispiele der Einmischung des Imperialismus auf Seiten der Reaktion könnten
für alle unterdrückten Länder angeführt werden.
Statt sich der trügerischen Hoffnung hinzugeben, unterdrückte Völker könnten miltels
eines Kompromisses mit den Imperialisten ihre nationale Selbständigkeit erlangen, müssen
sich alle unterdrückten und bedrohten Völker in ihrem Kampfe gegen "die Imperialisten
gegenseitig brüderliche Hilfe leisten und eine solidarische imperialistenfeindliche Welt-
front bilden.
Unterdrückte und vom Imperialismus bedrohte Völker, vereinigt Euch im Kampf!