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der Höhe ihrer Rente verdienen. Ein Beispiels soll das ver
anschaulichen. Am 31. 12. 1912 notierten an der Berliner Börse
— ich habe möglichst gleichartige Unternehmungen mit ungefähr
gleichhoher Dividende ausgelesen —
Name des Papiers
Dividende
Ol
Io
Im
Geschäftsjahr
Kurs am
31.12.1912
Rente für
den Besitzer
°/o
Berlin-Anhaltische Maschinen
10
1911 (1. 1.)
170,50
5,83
Dresdner Gasmotoren. . .
11
1911 (1. 1.)
157,—
7
Horch-Auto
15
1912 (1.11.)
200,—
7 1 /,
Nähmaschinen Koch . . .
11
1911 (1. 1.)
192,50
5,73
Daimler-Motoren ....
10
1911 (1. 1.)
305,-
3,28
Lauchhammer
10
1912 (1. 7.)
199,—
5,02
Die Aufstellung zeigt uns deutlich, wie die Aktien der Daimler-
Motoren-Gesellschaft bei einer Dividende von 10 °/ 0 einen außer
ordentlich hohen Kursstand (305) erreicht haben; die Rente für
den Besitzer stellt sich demgemäß auffällig niedrig. Allgemein
aber dürfte bekannt sein, daß die Daimler-Motoren-Gesellschaft
in Stuttgart eines der angesehensten deutschen Werke darstellt,
deren vorsichtige Dividendenpolitik vor allen Dingen darauf ge
richtet ist, den Aktionären stabile Dividenden bei hohen „stillen"
Reserven auszuschütten. Auf diesen Umstand ist von der guten
Handelspresse verschiedentlich hingewiesen worden; und das Publi
kum zeichnet diese Werte durch besonders hohe Schätzung aus,
wie wir dies auch aus dem heutigen Kursstand, der gegen den
obigen um weitere ca. 50"/, höher ist, erblicken können.
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, welche große
Aufgabe^ der Handelspresse in der Kritik der Bilanzen zufällt,
und es ist zu bedauern, daß außer einigen bekannten Handelsblättern
wie Frankfurter Zeitung, Berliner Tageblatt, Kölner Volkszeitung
u. a. diesem Teil so gut wie keine Beachtung zuteil wird.
tz vgl. hierzu die interessanten Darstellungen in Nicklisch,. Allgemeine kauf
männische Betriebslehre, Leipzig 1912, im Abschnitt „Die Organisation der Unter
nehmung als Organisation des Vermögens" S. 109 ff.
2 ) A. Schulze, Die Bankkatastrophen in Sachsen im Jahre 1901, Tübingen
1903, S. 122. , _ _
So wären z. B. die Verluste beim Zusammenbruch der Leipziger Bank für
Sachsen bei weitem nicht so große gewesen, hätte nicht die sächsische Presse, voran
die Leipzigs, gänzlich versagt in der rechtzeitigen Aufklärung ihrer Leser über die
Verhältnisse dieses Bankinstituts; dies muß um so mehr verwundern, als die Frank
furter Zeitung schon lange vorher in bitterer Fehde mit der Trebergesellschaft lag
und des öfteren Warnungsrufe hatte ergehen lassen. „Cassel, wo die Volkswirt-
schaftlich vorzüglich unterrichtete Frankfurter Zeitung viel verbreitet ist, befreite sich
beizeiten von seinem großen Besitze an Treber-Aktien."