Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

NIEDERLANDE. — Finanzen Früherer Staatsbedarf. 
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Früherer Staatsbedarf. Schon im vorigen Jahrhunderte waren die 
Ausgaben Hollands durch Schulden und Militärwesen hoch gesteigert, 
die Deckung aber ermöglicht durch den Reichthum der Bevölkerung, den 
Gewinn aus den Colonien und die Schifffahrt. So schätzte man die Ein 
künfte 1 /70 auf 26, 1786 auf 46 Mill. — 1805 stieg das Budget unter 
dem Drucke der Leistungen für Frankreich auf 69, 1806 auf 77. Im 
letzten Jahre sah man ein Deficit von 11 Mill, vorher; es betrug aber in 
Wirklichkeit 56, und 1807 schloss sich ein weiteres von 40 Mill. an. 
Auch 1808 zeigte der Voranschlag einen Bedarf von 80, gegenüber einer 
Einnahme von 50 Mill. 1809 stand nochmals ein Deficit von 20 Mill, 
in Aussicht. 1811 bestimmte Napoleon die Leistungen der mit Frank 
reich vereinigten holl. Departemente zu 61 Vg Mill. Fres. — Das Budget 
des Vereinigten Königreichs vom Jahre 1817 führte einen Bedarf von 
73’400,000 auf, davon 
für das Finanzdepartement, mit Schulden 
- Kriegswesen (zu Lande 23, zu Wasser 5; . . . 
für diese 2 Posten (über 70% der Gesammtsumme) 
24% Mill. fl. 
28 - - 
52% Mill. fl. 
Nach der belgischen Revolution machte der König von Holland 
übertriebene militärische Anstrengungen. Die späteren Abschlüsse der 
Staatsrechnungen zeigten die Folgen. Der wirkl. Aufwand war : 
1831 ; 
1832 : 
1833 : 
18%.. 
18*% 
ordentlicher 
41'250,000 
49’193,643 
49’885,849 
51'300,000 
45*450,000 
ausserordentl. 
46’600,000 fl. 
45'242,202 
45*242,202 
4*200,000 
22*800,000 
Davon Militärauiwand : 
ordentlicher ausserordentl. 
1831 : 12*400,000 28*000,000 
18»%,: 12*100,000 31*744,100 
18»» 11*000,000 10*603,400 
Das drohende finanzielle Verderben nöthigte zur Sparsamkeit, und 
der hochsteigende Ertrag aus Ostindien gewährte bald grosse üeber- 
schüsse. In den 11 Jahren 184 7—57 stellten sich die Rechnungsab 
schlüsse (nach v. Baumhauer) folgendermassen : 
1847 
1848 
1849 
1850 
1851 
1852 
1853 
1854 
1855 
1856 
1857 
Zus 
Gesammt- 
Einkünfte 
76*019,355 
66*605,537 
78*284,908 
75*983,243 
78*356,261 
73*581,466 
74*737,357 
90*081,701 
98*667,136 
106*862,938 
116*534,093 
dav 
Abgaben im 
Matterl. 
54*076,557 
53*534,595 
54*052,937 
55*593,580 
56*078,865 
55*888,468 
57*018,791 
58*178,046 
59*244,266 
55*592,661 
56*632,141 
Aus den 
Colonien 
14*097,303 
7*720,194 
20*751,394 
17*000,000 
16*382,698 
14*500,000 
14*569,399 
20*444,141 
24*347,851 
30*331,700 
41*658,421 
935*713,996 615*890,907 
Gesammt- 
Ausgaben 
75*757,480 
76*324,912 
69*992,129 
70*012,194 
73*865,285 
69*325,855 
84*722,819 
81*926,186 
84*897,172 
92*639,326 
93*195,507 
Zinsen der 
Schuld 
35*939,028 
35*936,617 
36*022,229 
35*993,528 
35*816,874 
35*487,852 
34*761,296 
34*097,782 
33*6‘M>,251 
33*010,913 
32*339,620 
872*658,864 383*892,990 
221*803,101 
Im J. 1859 betrugen die Staatseinkünfte 74*540,580 fl., einschl. 
13*760,532 aus den Colonien. Da ausserdem ein Ueberschuss von 
29*617,500 fl. aus den frühem Jahren vorhanden war, so erhöhten sich 
die verfügbaren Mittel auf 104*158,080. Die Ausgaben beliefen sich auf 
101*068,000, worunter 16*062,382 für Schuldentilgung. 
Die Budgetsergebnisse der nächsten 4 Jahre stellten sich so ; 
1860 1861 1862 1863 
Einnahmen 98*240,390 95*405,595 93*847,488 98*787,188 
Ausgaben 86*586,310 97*776,824 93*227,286 98*020,792 
Kolb, Statistik. 4. Aufl. 24
	        
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