Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Tiiorheit gewesen ist, in der praktischen Politik die Wahr“ 
nehmung der socialen Interessen von derjenigen der politischen 
zu trennen. Auf dieser Seite lag die Schwäche Babeufs sicher 
lich weit weniger als im Bereich eigentlich wirthschaftlichcr 
Vorstellungen, und hier haben wir die Nationalökonomie seiner 
Zeit mehr als ihn selbst für die Möglichkeit Jener ausschwei 
fenden Phantasieerzeugnisse zur Rechenschaft zu ziehen. Hätte 
er von derselben direct mehr gewusst, als wirklich der Pall 
war, so ist noch sehr fraglich, ob ihn die Theorien derselben 
nicht noch mehr in seiner Idccngestaltung bestärkt haben 
würden. Auf irgend einem Wege war er offenbar zu den Irr- 
thümern der damaligen Wirthschaftslehre auch seinerseits ge 
langt, und es kann uns gleichgültig sein, ob er die für ihn 
entscheidenden Vorstellungen selbst gefasst oder indirect über 
kommen hatte. Soviel steht fest, dass er die Meinung, man 
könne sich auch allenfalls ohne edle Metalle behelfen, mit den 
bedeutendsten nationalökonomischen Schriftstellern, namentlich 
aber mit Adam Smith, thcilte. Der Unterschied zwischen ihm, 
der ein Urheber neuer Zustände, und den theoretischen Autoren, 
die nur Anreger von Gedanken sein wollten, bestand allein 
darin, dass er es mit der praktischen Logik ernst nahm und 
voraussetzte, ein zutreffender Gedanke müsse sich auch in 
eine Thatsache übersetzen lassen. Er glaubte an die Möglich 
keit, dem Golde den Abschied zu geben und den Umlauf nicht 
etwa mit blossem Papier, wie es Adam Smith für thunlich 
gehalten hatte, sondern im Wege der Naturalvertheilung zu 
bewerkstelligen. Seitens der einzelnen Bezirke sollte eine Na 
turalablieferung der Ueberschüsse stattfinden. Man kann sich 
selbst ausmalen, wie nach dem Einwerfen des Eigenthums in 
die neue Gemeinschaft die Proceduren einer regierungsmässigen 
Vertheilung erdacht werden mussten. Doch sei bemerkt, dass 
Babeuf das Gold und Silber für die Beziehungen zum Auslande 
reserviren und dem letzteren sogar die Staatsschuld bezahlen 
wollte. Man wundert sich vielleicht, dass der verrufene Com 
munist dem Ausland gegenüber eine Achtung für die Erfüllung 
der Verbindlichkeiten und hiomit ein Maass von Gerechtig 
keitssinn bekundete, welches man bei hocheivilisirten Völkern 
und Regierungen nur ausnahmsweise voraussetzen kann, sobald 
man ausschliesslich den guten Willen, nicht aber die von 
Aussen zwingende Nothwendigkeit oder berechnende Rücksicht
	        
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