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also die auszuzählende Teilmasse absondern. Als ein
fachste derartige Regel erweist sich die, jedes; fünfte oder zehnte
oder zwanzigste usf. Objekt in gleichmäßigem Weiterzählen
herauszugreifen. So ist in unserm Fall jedes zehnte Haus nach
der Reihenfolge, wie sie im Adreßbuch verzeichnet stehen,
in die Untersuchung einbezogen worden. Wir durften uns durch
dieses Vorgehen davon überzeugt halten, daßi Mietskasernen,
Villen, große und kleine, teure und billige Wohnungen der ver
schiedenen Stadtlagen ungefähr in gleichem Verhältnis wie inner
halb der Gesamtheit der Alt-Mannheimer Grundstücke und Woh
nungen auch innerhalb unseres Zehntels vertreten sein würden.
Gleichwohl verleiht uns eine solche Annahme, wie dies im
Charakter aller Wahrscheinlichkeitsschätzung liegt, noch kein
hinreichendes Sicherheitsgefühl und so tritt denn die zweite der
beiden oben erwähnten Sicherheitsmaßnahmen in Wirksamkeit,
die den Befähigungsnachweis, als Repräsentantin zu gelten, für
die Teilmasse dadurch erbringen will, daß sie deren Ueberein-
stimmung mit der Gesamtmasse wenigstens in gewissen Haupt
punk ten dartut. Diese Hauptpunkte müssen aus einer anderen
Quelle, in unserem Falle z. B. von der letzten allgemeinen
Wohnungszählung her, bekannt sein. Die nach dieser Anweisung
sich ergebenden Vergleiche werden an ihrem Ort im Text ge
zogen werden, daß indessen der Induktionsschluß von der Ueber-
einstimmung der Hauptmerkmale auf jene der „intimen“ Unter
suchungsmerkmale nur unter der Voraussetzung einer durch
gängigen, mindestens aber ganz überwiegenden Abhängigkeit
dieser von jenen zulässig ist, darf hier schon ausgesprochen
werden. Bei Erscheinungen mit weiter, ziemlich gleichmäßiger
Verbreitung wird man einem solchen Schluß größeres Vertrauen
schenken, als bei unregelmäßigeren Begleiterscheinungen, bei
denen man durch Schicksals Tücke zufällig auch einmal „ein
Loch aus dem Emmentaler Käse“ herausschneiden könnte. Auch
wenn darum festgestellt wäre, daß die Proportionen der Teil-
masse in Hinsicht auf die bei der allgemeinen Wohnungszählung
erfaßten Hauptmerkmale mit jenen der Gesamtmasse überein
stimmen, dürften wir deshalb gleiche Uebereinstimmung bei den
Merkmalen des Mietausfalls, Mietzuschusses, Hypothekzinsenrück
stands usw. erwarten? Es ist nicht abzusehen, wie solche Fragen
anders als gefühlsmäßig beantwortet werden sollten. Wie weit
wir darum auch in der Sicherstellung des repräsentativen Cha
rakters der Teilmasse durch Mechanisierung der Auswahl und
Nachweisung von Analogien bezüglich einzelner Merkmale gehen
können, immer bleibt ein Gefühlsrest, der in Kauf genommen
werden muß.
Endlich ist aber noch eines weiteren, Uebelstandes zu ge
denken, der mit der Methode an sich nichts zu tun hat, sondern
auf Rechnung der praktischen Durchführung kommt und daher
eigentlich in einem der nächsten Abschnitte zu besprechen wäre.