Full text: Mietausfall, Zinsrückstand und Fällig werden von Pfandlasten in Mannheim während der ersten acht Kriegsmonate

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Da er indessen bei allen nach; dem Nummernprinzip veranstal 
teten Erhebungen in irgend einer Form vorkommt, sofern nicht 
ein Antwortzwang ausgeübt werden kann, wird seine Bedeutung 
für unsere Untersuchung schon hier hervorzuheben, sein. Wir 
haben zwar rein mechanisch jedes zehnte Wohngrundstück in 
die Untersuchung eipbezogen, aber nicht für alle Grundstücke 
ist unsere Neugier befriedigt worden, vielmehr waren nur 
3/4 aller ausgesandten Bogen bearbeitungsfähig. 
Können wir mit Sicherheit darauf rechnen, daß dieser Ausfall 
die Qualität unseres Ergebnisses nicht beeinflußt? Ist nicht 
vielmehr anzunehmen, daß viele Hausbesitzer gerade deshalb 
nicht geantwortet haben, weil sie nicht durch Mietausfälle ge 
schädigt worden sind und darum der Erhebung kein Interesse 
entgegenbrachten? Könnten aber umgekehrt nicht gerade die 
große mit der Eintragung vieler Mietausfälle verbundene Arbeit, 
Furcht vor wirtschaftlicher Schädigung und andere Beweggründe 
gerade in entgegengesetztem Sinn gewirkt haben? 
Wir müssen versuchen, zunächst an Hand der oben abge 
druckten Uebersicht uns 'ein Urteil darüber zu bilden. Die unter 
3 und 4 genannten Bogen scheiden dabei aus, da ihre Nichtver 
wertbarkeit in keinem ersichtlichen Zusammenhang mit dem 
Gedankenkreis der Erhebung steht und wir aus der mangelnden 
Gewandtheit in der Ausfüllung schwieriger statistischer Frage 
bogen keine weitergehenden Schlüsse ziehen möchten. Auch die 
unter 5 genannten Gründe der Antwortversagung weisen z. T. 
wenigstens unmittelbar keinen solchen Zusammenhang auf; so 
wenn z. B. zwölfmal angegeben war, daß die Beantwortung nicht 
erfolgen könne, weil der Mann im; Feld stehe. Dagegen zeigen 
die unter 5b erwähnten 7 Fälle deutlich, daß der Sinn der Er 
hebung ungeachtet der Aufklärung auf Fragebogen und Zuschrift 
nicht verstanden worden ist.*) Normaler Mieteingang und pünkt 
liche Hypothekzinszahlung kamen nach Ansicht dieser Antwort 
geber für uns nicht in Betracht, in verschiedenen Fällen (unter 
2 verzeichnet) wurden sogar statt der erfragten „uninteressan 
ten“ Häuser die Angaben für ein anderes, demselben Eigentümer 
gehöriges Haus mit starken Mietausfällen geliefert. All diesen 
Fällen steht nur ein einziger in der entgegengesetzten Rich 
tung liegender gegenüber, in dem Furcht vor wirtschaft 
licher Schädigung als Beweggrund der Antwortverweigerung 
angegeben worden ist. Inwieweit nun die 60 überhaupt nicht 
*) Das wird hier keinesfalls im Sinne eines Vorwurfs festgestellt. Wie 
sollte man beim Befragten Klarheit über eine ihm unbekannte Erhebungsart 
voraussetzen dürfen, über die selbst in der Fachwelt noch so wenig Klarheit 
herrscht! Die große Mehrzahl der Bogen ist natürlich auch nicht mit voller 
Einsicht in die Methode der Erhebung, sondern im Vertrauen darauf beant 
wortet worden, daß Stadtrat, Hausbesitzervereine usf. sich die Sache vorher 
überlegt haben werden, vielleicht auch nur in der unbestimmten Hoffnung 
darauf, daß „irgend etwas geschehen“ werde.
	        
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