Full text : Bankpolitik (2.1930)

welche Weise die Liquidation durchzuführen ist; sie wählt zu diesem
Zweck einen 6gliedrigen Liquidationsausschuß, in den auch Mitglieder
des. Bankrates gewählt. werden könren.

Anhang: Die Großbanken in der Tschechoslowakei.

Da die Inflation in der Tschechoslowakei relativ gering war (die Krone wurde auf
dem Niveau von etwa 1/7 der Vorkriegs-Krone gehalten), ist dem Bankwesen der
Prozeß der Kapitalsvernichtung, dem die Banken in Österreich und in Ungarn ausgesetzt
 waren, erspart geblieben.
Die hauptsächlichen ausländischen Beziehungen der tschechoslowakischen Banken
führen nach dem ehemaligen Zentrum Wien. Die Zivnostenska banka, in
der Monarchie die größte Provinzbank, wurde nach dem Zusammenbruch führende
Bank des neuen Staates. Weitere Großbanken sind: die Böhmische Unionbank,
 die Böhmische Escompte-Bank und Kredit-Anstalt und
die Böhmische Industrial-Bank.
Literatur.

{ber die alte Österreichisch-Ungarische Bank enthalten reiches
Material die Protokolle der Bank- und Valutaenqueten aus den Jahren 1869, 1892 und
1910. Ferner: R. Zuckerkandl, Art. im Handwörterbuch der Staatswissenschaften.
 3. Aufl. L. Calligaris, Zum 100jährigen Jubiläum der Notenbank in Österreich-Ungarn,
 R. Kerschagl, Die Währungstrennung in den Nationalstaaten.
Wien 1920. Derselbe, Die mitteleuropäischen Währungen und Notenbanken.
Wien/Berlin 1929.
Über die Banken in den Nachfolgestaaten orientieren Gesetze und
Statuten der Banken. Dierschke und Müller, Die Notenbanken der Welt,
Berlin 1926. Otto Swoboda, Die Arbitrage, 17. Aufl., bearbeitet von Eduar d
Wagon, Berlin 1928, Aufsätze „Banken in der Volkswirtschaft“ im Handwörterbuch
 der Staatswissenschaften, 4. Aufl., insbesondere Aufsatz von Alfred Lansburgh,
 „Banken (Notenbanken)“ im Ergänzungsband zur 4. Aufl. Hans Puxbaum,
 Die mitteleuropäischen Banken. Berlin 1929. R. Kerschagl, Die österreichischen
 Währungs- und Notenbankgesetze. Wien 1929. Alfred Lansburgh,
Art. „Inflation“ in Georg Obst, Buch des Kaufmanns, 7. Aufl. Stuttgart 1928.
Mitteilungen des Direktoriums der Österreichischen Nationalbank (monatlich erscheinend,
 enthalten gut verarbeitetes Material, auch über die europäischen Notenbanken
im allgemeinen). Aufsätze in den „Mitteilungen des Verbandes österreichischer Banken
 und Bankiers“ und im „Österreichischen Volkswirt‘,

IV. Die Schweizerische Nationalbank,

a) Entstehung und Aufgaben der Bank.

In den ersten Dezennien des 19. Jahrhunderts bestand in der Schweiz
hinsichtlich der Notenausgabe das System der Bankfreiheit. Notenausgabe

1929
            
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