dem Metallgeld in seinen Wirkungen völlig gleichstehendes Umlaufsmittel
betrachtet, die Currency-Theorie. Sie geht also davon aus, daß bei
Schwächung der Metallreserve auch eine Notenverminderung eintreten
müsse, weil sonst ein Überfuß an Zahlungsmitteln entstehen würde; das
über den notwendigen Bedarf hinaus vermehrte Geld rufe künstliche Preissteigerungen
hervor. Die Banking-Theorie (Tooke, Fullarton)
nahm Stellung gegen die hauptsächlich von Ricardo aufgestellte
Currency-Theorie: Nicht die Zahlungsmittelmenge sei die logische Ursache
für das Preisniveau, sondern das Preisniveau sei logischer Bestimmungsgrund
für die Zahlungsmittelmenge. Gerade wenn das Metallgeld
knapp ist und das Bedürfnis nach Zahlungsmitteln besteht, müsse
diesem Bedürfnis durch vermehrte Notenausgabe Rechnung getragen
werden, — Zwischen der Peels Act und dem deutschen Bankgesetz vom
14. März 1875 besteht hinsichtlich der Begrenzung des Notenumlaufs nur
ein gradueller Unterschied.
Eifriger Anhänger der Currency-Theorie war insbesondere auch der
Bankier Samuel Jones Loyd (der spätere Lord Overstone),
der die Theorie in die Praxis umzusetzen suchte und dafür eintrat, der
Willkür der Notenbanken, beliebig viel Noten auszugeben und damit die
Warenpreise zu bestimmen, eine gesetzliche Schranke zu ziehen. Die Bank
solle nur einen bestimmten Betrag ohne Metalldeckung ausgeben, für
jede darüber hinaus emittierte Note aber volle Metalldeckung halten. Weiter
schlug er vor: „Man trenne die Verwaltung des Notenumlaufs, d. h.
die Macht, Geld zu schaffen, von dem Bankgeschäft; man übertrage jene
Macht einer besonderen Körperschaft; man lasse deren Maßregeln in betreff
dieses Gegenstandes unbedingt öffentlich sein; man verhindere, daß
sich dem, der Geld schafft, die Geldborger, die Regierung und der Handelsstand
mit ihren gefährlichen und verführerischen Einflüssen nahen,
und sende diese vielmehr dahin, wo ihr Begehr befriedigt wird, nämlich
zu den Geldausgebern, zu den Banken.“
Sir Robert Peel, den Samuel Jones Loyd für seine Ideen gewonnen
hatte, brachte die Grundlehren der Curreney-Theorie in Gesetzesform.
Es entstand das Gesetz vom 19, Juli 1844, das die Grundlagen für
die Währungspolitik bis in die Gegenwart hinein bilden sollte, der „Bank
Charter Act von 1844“, nach seinem Schöpfer allgemein Peels Act
genannt (An Aet to regulate the issue of bank notes and for giving to the
Governor and Company of the Bank of England certain privileges for a
limited period). Dieses Gesetz besagte:
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