Ende 1913 Ende 1928
11,2 —
92,5 405,9
27,4 63,2
32,8 102,7
34,8
- 85,1
2810,3 4226,4
Gegenüber der Vorkriegszeit ist also der Goldvorrat der europäischen
Notenbanken um rund 50 °/, gestiegen, Der Gesamtgoldbestand der Vereinigten
Staaten von Amerika hat sich von rund 1800 Millionen $ (Ende
1918) auf rund 8700 Millionen $ (Ende 1928) vermehrt 1).
Bei der Goldpolitik, die eine Hilfsaktion zugunsten der Diskontpolitik
ist, ist zu unterscheiden die Goldankaufs- und die Goldverkaufspolitik.
Während einigen Ländern, wie Frankreich, das Gold
dank ihrer vorzüglichen Zahlungsbilanz von selber zuströmte, mußten
andere Länder, um Gold an sich zu ziehen, gewisse Konzessionen machen.
Die Verteidigung des Goldbestandes erfolgt durch die Goldverkaufspolitik:
der Verkaufspreis wird höher als der Ankaufspreis festgesetzt,
evtl. wird ein größeres Goldagio erhoben. In den Ländern der lateinischen
Münzunion hatte die Notenbank in der gesetzlich unbeschränkten Zahlungskraft
des Silbers ein vorzügliches Mittel zur Verteidigung ihres
Goldvorrates 2).
Die Deutsche Reichsbank mußte bis zum 4. August 1914, wenigstens in
Berlin, ihre Noten sofort in Gold einlösen, Um die Goldausfuhr zu
erschweren, gab sie Gold, das vermutlich zu Exportzwecken dienen sollte,
nur in Berlin ab, nicht aber auch in Bremen, Hamburg und an Grenzorten,
um nicht dem Exporteur die Versendungskosten von Berlin nach
dem betreffenden Platz hin. zu ersparen und damit einen noch größeren
Anreiz zum Export zu bieten. Ein weiteres kleines Mittel der Bankpolitik
ist die Abgabe stark abgenutzter Goldmünzen, die den Gewinn der
Arbitrage sehr reduzieren, .
Um ein Einschmelzen von Doppelkronen möglichst zu verhüten, verkauft
die Reichsbank auch Goldbarren und ausländische Goldmünzen, und
1) S. a. R. Kerschagl, Das Problem der Goldwährung von heute. Bankwissenschaft
VI, 9.
2) S. Charles Blankart, Die Devisenpolitik während des Weltkrieges.
Zürich 1919. P. A. Grün, Devisenkurse, Devisenmarkt und Devisenpolitik. Stuttgart
1922,
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