den eigentlichen Betriebskosten, wenn man von Kraftkosten absieht;
sondern in dem Kapitaldienst und den Abschreibungen. Es wäre unm-
richtig, wollte man aus einer Senkung der Kosten ohne Kapitaldienst
und Abschreibungen, etwa aus Ersparnissen im Arbeitslohn, auf eine
wesentliche Senkung der Gesamtkosten schließen. Gerade der etetige
Zwang zu neuer Kapitalinvestition, die dazu dient, die frühere Leistung
zu erhalten oder wieder herzustellen, ist charakteristisch für den Kampf
gegen den abnehmenden Ertrag.
Die Kosten ohne Kapitaldienst für Eigenkapital und ‚ohne Ab-
schreibungen zeigen nach den Feststellungen des Sachverständigen für
1913 und 1926 das nachfolgend wiedergegebene Bild:
Von den Durchschnittsgestehungskosten je t entfallen auf
1926
RM.
11,20 13,98
0,63 1,18
11,88 | 15.08
Die verschiedenen Bedingungen, von denen die Höhe der einzelnen
Kostenfaktoren bestimmt wird, sind bereits erwähnt und in natürliche
und gesellschaftliche unterschieden worden. Für die Einzelheiten kann
auf die Anlagen verwiesen und hier die Ausführung auf zwei bedeut-
same Faktoren beschränkt werden, die auch geeignet sind, die Ver-
schiedenheit der natürlichen und gesellschaftlichen Einwirkungen und
die Gleichartigkeit ihrer Wirkungsrichtung zu beleuchten.
Die Zunahme der duürchschnittlichen Teufe beträgt seit Kriegs-
beginn etwa 200 m; die weitere Zunahme wurde mit etwa 20 m im Jahre
beziffert. Damit erhöhen sich sowohl die reinen Investitionen wie die
laufenden Kosten für Wasserhaltung, Transportkosten usw. erheblich
von Jahr zu Jahr und machen dieser natürlichen Kostenzunahme gegen-
über eine Erhaltung des früheren Standes der Kosten nur durch Ver-
bOSSOTUNg des Betriebes oder durch Schließung der ungünstigen Betriebe
möglich.
Bei den gesellschaftlichen Einwirkungen verdient die Frage der
sozialen Belastung des Reviers besondere Beachtung. Nach der Aussage
der Sachverständigen, die in dem Gutachten des Sachverständigen
Dr. Adler bestätigt wird, übersteigen die sozialen. Leistungen, ins-
besondere Knappechaftsbeiträge des Bezirkes, die sonstigen sozialen
Aufwendungen innerhalb der‘ deutschen Wirtschaft. Nach der Auf-
fassung der Sachverständigen hat der Siegerländer Bezirk eine außer-
ordentlich hohe Zahl von Invaliden und zeigt die Altersschichtung der
Bevölkerung einen verhältnismäßig großen Anteil an älteren Alters-
klassen. Die jüngeren Erwerbstätigen suchten insbesondere im Hinblick
auf die Lage des Bezirkes zum großen. Teil in anderen Industriebezirken
Beschäftigung. Auch die Freisetzung von Arbeitskräften als eine Folge
der fortgeschrittenen Mechanisierung dürfte hierbei mitwirken und die
entstehenden Sozialaufwendungen des Bezirkes, damit auch die An-