Object : Finanzwissenschaft

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4.  Buch.  V.  Teil.  Die  Steuern.

ohne  welche  er  nicht  bestehen  kann,  daß  er  im  geheimen,  hinterrücks,
unter  einer  Maske  sich  das  verschalst,  ohne  das  er  für  unsere
Interessen  zu  sorgen  nicht  imstande  ist.  Die  Kraft  der  indirekten
Steuern  liegt  in  der  Schwäche  des  staatsbürgerlichen  Bewußtseins.
Sofern  der  Staat  die  Steuerquelle,  das  Einkommen,  bei  der
Einkommensteuer  direkt  erforscht,  wird  das  auf  dem  Einkommen
beruhende  Steuersystem  als  direktes  bezeichnet.  In  diesem  Sinne  und
strenge  genommen,  ist  jede  andere  Steuer,  bei  welcher  der  Staat
aus  gewissen  Symptomen  auf  das  Einkommen  bloß  schließt,  mag
dieses  Symptom  die  Produktion,  die  Zirkulation  oder  die  Konsumtion ­
  sein,  eine  indirekte  Steuer.  Hier  kommt  jedoch  vom  praktischen
Standpunkte  noch  ein  Moment  in  Betracht  und  zwar  das  Moment
der  Steuerzahlung.  Sowohl  bei  den  Produktions-  resp.  Erwerbssteuem,
als  bei  den  Verkehrssteuern  fordert  der  Staat  in  der  Regel  direkt
vom  Steuersubjekt  die  Steuerzahlung  und  deshalb  werden  diese
Steuern  direkte  Steuern  genannt  vom  Gesichtspunkte  der  Steuerzahlung. ­
  Dagegen  wendet  sich  der  Staat  bei  den  indirekten  Steuern  nur
selten  direkt  an  das  Steuersubjekt,  da  deren  große  Zahl  die  Steuererhebung, ­
  Kontrolle  außerordentlich  erschweren  würde;  erhebt  die
Steuer  da  und  dort  ein,  wo  das  Steuerobjekt  noch  in  größerer
Menge  vorhanden  ist,  wie  bei  der  Produktion  oder  im  Verkehr.
Hier  tritt  daher  an  Stelle  des  Steuersubjekts  der  Produzent,  der
Kaufmann,  als  Steuerzahler,  gewissermaßen  Steuereinheber.  Wohl
gibt  es  hiervon  Ausnahmen.  Auch  die  Verzehrungssteuer  wird  zur
direkten  Steuer,  wo  die  Einhebung  der  Steuer  und  die  Kontrolle
der  Konsumtion  leichter  ist,  wie  bei  den  Luxussteuern,  ebenso  wird
sie  zur  direkten  Steuer  für  jene  Menge,  welche  der  Produzent,  der
Kaufmann  selbst  verzehrt,  endlich  wo  das  betreffende  Objekt  vermittels ­
  Monopols  in  die  Hände  des  Konsumenten  gelangt.  Demgegenüber ­
  gibt  es  Fälle,  wo  die  direkte  Steuer  zur  indirekten
wird  —  mit  Bezug  auf  die  Steuerzahlung,  —  so  in  dem  Falle,  wo
die  Grundsteuer  der  Pächter,  die  Haussteuer  der  Mieter,  die  Kapitalsteuer ­
  der  Schuldner  abstattet.
Was  die  Verzehrungs-  und  Verkehrssteuern  betrifft,  so  sind
dieselben  auch  in  dem  Sinne  indirekte  Steuern,  als  das  Einkommen
nicht  als  Ganzes,  sondern  in  seinen  einzelnen  Teilen,  so  wie  dieselben ­
  in  Verkehr  kommen  oder  verbraucht  werden,  berührt  wird.
Endlich  zeigt  sich  die  indirekte  Natur  dieser  Steuern  auch  darin,
daß  der  Zusammenhang  von  Einkommen  und  Steuerleistung  fehlt,
da  das  Einkommen  oft  in  einem  viel  späteren  Zeitraum  konsumiert
wird,  als  es  entstanden  ist.  Übrigens  gehen  wir  nicht  weiter  in  den
unproduktiven  Streit  ein,  was  ist  direkte,  was  indirekte  Steuer  und
            
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