triebsleiters. Die Rationalisierung des landwirtschaftlichen Unternehmens
und das Tempo der Umstellung sind entscheidend. Hoch
verschuldete Betriebe, denen die angemessene Steigerung der Wirtschaftsreinerträge
gelingt, werden auch dann noch in der Gefahrenzone
verbleiben, da das Pufferungsvermögen derartiger im Augenblick
balancierender Betriebe naturgemäß gering ist.
IL. Die Lage des Gütermarktes.
Nach den Informationen der Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftlichen
Abteilung.
Die Richtigkeit der in Drucksache Nr. 2 aufgestellten These über
das Erliegen des Gütermarktes für Großbetriebe in den ostdeutschen
Gebieten ist in der Zwischenzeit offenbar geworden, ohne daß heute
abgesehen werden kann, ob diese Entwicklung schon zum Stillstand
gelangt ist. Der Gütermarkt wird von den landwirtschaftlichen Sachverständigen
der Landwirtschaftlich-Betriebswirtschaftlichen Abteilung
fortlaufend beobachtet. Die Ergebnisse werden in einer Kaufpreissammlung
festgehalten. Hiernach nehmen Zwangsversteigerungen
bei den Großbetrieben stark zu. Die bäuerlichen Betriebe werden
von dieser Bewegung wie von der abgleitenden Tendenz der
Bodenpreise sehr viel weniger berührt. Bei Zwangsversteigerungsobjekten
mit einer Größe von etwa über 150 ha finden sich zur
Zeit kaum private Käufer. Im Gegensatz hierzu stellen sich bei
notwendig werdenden Verkäufen bäuerlicher Betriebe in der Regel
genügend zahlungsfähige Bewerber ein.
In Ostpreußen sind die Möglichkeiten der Veräußerung von
Großbetrieben zurückgegangen; das Preisniveau hat sich laufend
gesenkt. Sofern nach Einleitung von Zwangsmaßnahmen die Subhastation
wirklich betrieben wird, pflegt in Ermangelung anderer
Bieter einer der interessierten Gläubiger den Zuschlag zu
erhalten. Die schwindende wirtschaftliche Kraft eines Teiles der
Personalkreditgeber verengt den Kreis der Reflektanten, da diese weder
selbst in der Lage sind, ihre Forderung auszubieten, noch sonstigen
Bewerbern die Finanzierung des Ankaufs zu erleichtern vermögen. In
195