reich, England, Schweden, Dänemark, die Hansestädte und die
Ostseestädte!). Bereits im 17. Jahrhundert wurde von einem
niederländischen Schriftsteller geäußert: der Schiffbau ist ‚hier
nicht reine Consumtion, sondern ein bedeutender Handelszweig“‘‘?).
Es wurde aber auch in Amsterdam gebaut, und zwar zeitweise
sehr viel; 1736 waren noch etwa 2000 Schiffszimmerleute dort
vorhanden).
Mit der Schiffahrt stand der Schiffbau in enger organischer
Verbindung. Viele Schiffe wurden ohne festen Auftrag von den
Werftbesitzern und Schiffsbaumeistern, die meistens eine und die-
selbe Person waren, auf eigenes Risiko gebaut; jene rüsteten sie
dann selbst aus und errichteten Partenreedereien*).
Der Anfang des’ z8. Jahrhunderts bedeu-
teteden Höhepunkt des holländischen Schiff-
baus! Er war damals eine Weltindustrie; selbst
die französisch-amerikanischen Kolonien ließen lieber in Holland
ihre Schiffe bauen als in Frankreich, wozu sie gesetzlich verpflichtet
waren®). Das war die Zeit Ende des 17. Jahrhunderts, da Peter
der Große in Zaandam war und sich für den dortigen rührigen
Schiffbau begeisterte‘). Doch reichten die holländischen Werften
für den eigenen Bedarf nicht aus; für holländische Rechnung sind
namentlich an der Ostsee, in Lübeck, Königsberg, zahlreiche Schiffe
gebaut worden; so in Lübeck 1719, 1730, 1732 und 1749—1759,
insgesamt in diesen Jahren 37 Schiffe von 3495 Lasten’). In Emden
wurden in der Mitte des Jahrhunderts wiederholt Schiffe für Holland
gekauft; in Königsberg fanden schon Mitte des 16. Jahrhunderts
1) Über den Bau russischer Kriegsschiffe in Holland Scheltema, III,
284 ff. Über Bauten für Hamburg vgl. Baasch, Beiträge zur Geschichte des
Seeschiffbaues, S. 14. Über die Werften für Kriegsschiffe vgl. Ballhausen,
Ss. 178£
3) Laspeyres,- S’120.
3 Brugmans, Handel en nijverheid, S. 210ff. Der Amsterdamer
Kaufmann Abraham Boom bekundete 1638, daß er zwei Schiffe an den König
von Frankreich zu liefern habe; er beauftragte 3 Schiffszimmerleute mit dem Bau
(Elias, Vroedschap, S. 288).
4 Honig, I, 259;
5) Berg, S.ı3sıf.
S) Scheltema;, II, 144 4.
3) Baasch, a. a. 0.18. 57if.
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