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Sohmutzwasser.
lösungen, schwefligsaurem Natrium usw. tritt die Struktur der Fäden noch deut
licher hervor. Die Bntwickelungszustände der Beggiatoa werden durch die Figuren
323—326 S. 876 u. 876 dargestellt.
Die Beggiatoa-Fäden sind beweglich und schwingen hin und her. Diese Be
wegungen gehen ein gutes Merkmal für die Diagnose.
Beggiatoa oxydiert Schwefelwasserstoff zu dem in den Zellen sich ahlagernden
Schwefel und diesen weiter zu Schwefelsäure. Der Pilz deutet daher nur auf einen
Schwefelwasserstoffgehalt des Wassers hin und zur Beurteilung ist die Feststellung
des Ursprunges dieses Gases von Wichtigkeit. Stammt der zur Unterhaltung einer
kräftigen Beggiatoa-Vegetation in verunreinigten Vorflutern nötige Schwefelwasser
stoff aus den Abwässern, so ist die Verschmutzung als eine über das zulässige Maß
hinausgehende zu betrachten.
a als Dauerformen auftretende Fadenglieder mit Keimschiäuchen (430), h, c Gemmen aus Kulturen auf
Mehlwürmern und 5°/ 0 -iger sauerer Gelatine mit 2°/ 0 Fleischextrakt. b (450), c (530). Nach Kolkwitz.
Eine zweite häufig auftretende Art ist Beggiatoa leptomitiformis, deren
Fäden nur 1,8—2,5 u dick sind.
Leptomitus lacteus (Fig. 327 u. 328) lebt wie Sphaerotilus in grauen Easen
in Wasserläufen. Auf Wasserrädern, Wehren usw. bildet er dicke, pergamentartige
Häute. Die Leptomitusrasen sind zuweilen rostbraun, häufiger aber grauschwarz bis
schwarz gefärbt. Erstere Färbung kommt durch Ablagerung von Ferrihydroxyd,
letztere durch solche von Schwefeleisen zustande. Der die Ausscheidung des
Schwefeleisens bewirkende Schwefelwasserstoff entsteht durch Fäulnis der älteren
Leptomitusfäden.
Mit dem Mikroskop sind die Leptomitusrasen leicht von den ähnlichen des
Sphaerotilus natans zu unterscheiden. Leptomitus, der zu den Oomyceten gehört,
bildet verzweigte Fäden, die bis zu 45 fi dick sind, Strukturen besitzen und in
jedem der dadurch entstehenden Fadenglieder ein Cellulinkorn enthalten. Die Fäden
der an Wasserrädern wachsenden Easen besitzen nach Mez sackartige oder finger
artige Haftorgane, zeigen dagegen die Strukturen weniger deutlich. Von den ver