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Futtermittel.
d) Raute .(Eruca sativa Lam., Fig. 159) und Schotendotterhederich
(Erysimum orientale, Fig. 160). Beide Unkrautsamen kommen in Rapskuchen vor,
und zwar nach C. Böhmer (1. c. S. 428) Eruca sativa Lam. vorwiegend im indischen
und europäischen, Erysimum orientale im südrussischen Raps.
Eruca sativa hat eine glatte Samenschale, deren Epidermis-Zellen leicht quellen
und Schichtung, sowie im Querschnitt axile Säulen erkennen lassen. Der obere Teil
der Palissaden erscheint in der Flächenansicht als zartes Maschennetz.
Ähnlich verhält sich der Samen von Erysimum orientale; auch er hat eine
stark quellende Epidermis; die Palissadenzellen sind nur am untersten Teil der
Epidermis verdickt.
Querschnitt. Fig. 159. Flächenansichten.
Raute (Eruca sativa Lam.), Nach C. Böhmer.
Flächenansicht. Fig. 160. Querschnitt.
Schotendotterhederich (Erysimum orientale). Nach C. Böhmer.
e) Hederichsamen (Raphanus Raphanistrum L., Fig. 161). Der Hederich
samen wird nicht selten für sich allein gepreßt und unter dem Namen „öl- oder Raps
oder Rübsenkuchen“ in den Handel gebracht. In den echten Sorten der letzteren, ferner
im Leinkuchen bezw. Leinmehl findet er sich fast stets als natürliche Beimengung.
Mitunter kommen nur aus Hederichsamen und Ackersenf hergestellte Ölkuchen
in den Handel, die sich in der chemischen Zusammensetzung von den Raps- und
Rübsenkuchen nicht unterscheiden. Die anatomische Struktur des Samens
stimmt im allgemeinen mit derjenigen der Senfsamen überein. Diese Unkrautsamen
lassen sich mikroskopisch nur schwer von den Brassica-Arten unterscheiden (vergl
S. 337). Am kennzeichnendsten zur Unterscheidung ist die in Big. 161 unter 0
dargestellte Flächenansicht der Stäbchenschicht mit ihrem sehr kleinen Lumen.