442
Leute, welche auf der Universität zu Königsberg oder einer anderen
Landes-Universität studiren. Die Verwaltung des Fonds ist dem Pro-
vinzial'Schnl-Collegittitt in Königsberg übertragen. S. auch Paetsch.
Lobedansche Vermächtnisse,
von dein zu Frankfurt a. M. f Kaufmann Gottfried Ferd. Lob cd an
herrührend. Er vermachte (1831) seiner Vaterstadt Cottbus a) zur
Unterstützung der Armen init Feuerungs-Material 5000 Thlr. ; b) zu
Stipendien für Studirende 5000 Thlr. (S. Fr.-Wilh. Gymnasium zu
Kolberg.)
Graf v. Löbensche Stiftung,
1864 bei Gelegenheit des Ausscheidens des Grafen v. Löben aus
seinem Amte als Landes - Aeltester in Anerkennung seiner Verdienste
um die Oberlausitz, von dem Kommunal-Landtage mit 3000 Thlr. be
gründet. Die Bestimmung des Zweckes und die Verleihung der Stifts-
Genüsse (zu Stipendien) blieb dem Grafen v. Löben auf Lebeuszeit
vorbehalten; nach seinenl Tode geht die Verleihultg auf den Kommnnal-
Landtag über.
Löbenichtsches Hospital zu Königsberg.
Ein selbstständiges Königl. Institut, zur Zeit des deutschen Ordens ein
Iungfrauen-Kloster. Hochmeister Duscner v. Arffberg gelobte wäh
rend einer Schlacht in Litthancn (1349) für den Sieg die Erbauung
eines Klosters und erfüllte dieses Gelübde. Herzog Albrecht bestimmte
das Kloster (1531) zu einem Hospital und liest sich, gleich seinen Nach
folgern, die Vermehrung der Besitzungen und Einkünfte desselben angelegen
sein; die Stiftungs-Urkunde von 1531 bedroht alle Diejenigen mit gött
lichem Zorn und Strafe, welche dem Eigenthum und den Rechten der
Anstalt zu nahe treten möchten. Gebäude und Kirche brannte 1764 ab
und wurde 1771 wieder hergestellt.— Das mit dem Hospital in Ver
bindung stehende ehemalige Nonnen-Kloster, jetzige Marien-Stift (s. d.)
ist für adelige und bürgerliche Jungfrauen bestimmt. Das Hospital
enthält ferner 62 sogenannte konditionirte Stellen, deren jede mit
freier Wohnung, Brennholz, ärztlicher Behandlung und 40 Thlr. baar
dotirt ist, und von welchen die K. Regierung 20, der Magistrat 40 zu
vergeben hat und 2 zur Lin denn uscheu Stiftung gehören. Sodann
sind 329 gewöhnliche Hospital-Stellen vorhanden, deren Inhaber freie
Wohnung und Holz, 129 auch Beköstigung und Bekleidung erhalten.
Diese Stellen hat theils die Regierung, theils der Magistrat zu be
setzen. 10 Stellen sind für kranke Handwerksgesellen rescrvirt. Die
jährliche Einnahme des Instituts beträgt 25,000 Thlr., das Vermögen
in Kapital und Grundbesitz läßt sich auf 2—21 Millionen Thlr. an
schlagen. Die Verwaltung des Instituts wird durch das Königliche
Hospital-Kollegium geführt. Fr. Kehler, pensionirter Steuer-Ein
nehmer zu Königsberg (t 1840) vermachte dem Hospital sein Ver
mögen im Betrage von 2000 Thlr., mit der Bestimmung, daß aus dem
Ertrage desselben den bettlägrigen Kranken im Hospital, die sich gar