(1433) 1873 Nov. 29
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L[opatin]s Anwesenheit in Irkutsk unterrichtet und L[opatin] verhaftet
wurde.
Tschernischewsky war, als L[opatin] nach Irkutsk kam, „ganz
nahe dabei“, d. h. 7—800 englische Meilen weiter bei Nertschinsk,
5; wurde aber sogleich nach Sredne Wiljuisk, nördlich von Jakutsk,
65 Grad Breite, gebracht, wo er, außer den eingebornen Tungusen,
nur den ihn bewachenden Unteroffizier und 2 Soldaten zur
Gesellschaft hat.
Ll[opatin], nachdem er im Juli durchgebrannt, blieb noch einen
vo Monat in Irkutsk versteckt, zuletzt im Hause desselben Mannes,
der speziell damit beauftragt war, sein Versteck auszufinden, reiste
dann als Bauer verkleidet, den Fuhrmann machend, mit eigner
Telega nach Tomsk, von da per Dampfschiff, von Tobolsk mit
Postpferden und zuletzt per Eisenbahn nach Petersburg, immer
® als Bauer; hier blieb er noch einen Monat versteckt, bis er ruhig
mit der Eisenbahn über die Grenze fuhr.
Im xnxepesoxb Kannrtana sind Kapitel.2—5 (inklusive Maschinerie
und große Industrie) von ihm, also doch ein gutes Stück.
Er übersetzt jetzt englische Sachen für II024KoBb.
Gestern las ich im Französischen das Kapitel über die Fabrikgesetzgebung.
Bei allem Respekt vor der Kunst, womit dies Kapitel
in elegantes Französisch verwandelt, tut es mir doch leid um
das schöne Kapitel. Kraft und Saft und Leben sind zum Teufel.
Die Möglichkeit für den Alltagsschriftsteller, sich mit einer ge-5
wissen Eleganz auszudrücken, ist erkauft mit der Kastration der
Sprache. Gedanken zu zeugen in diesem modernen Zwangsfranzösisch
wird mehr und mehr unmöglich. Schon die durch die pedantische
formelle Logik fast überall nötig gewordne Umstellung
der Sätze nimmt der Darstellung alles Frappante, alle Lebendig-%
keit. Bei der englischen Übersetzung das französische Gewand
zur Grundlage nehmen, würde ich für einen großen Fehler halten.
Im Englischen braucht der kräftige Ausdruck des Originals nicht
abgeschwächt zu werden; was an den eigentlich dialektischen
Stellen unvermeidlich verloren geht, wird aufgewogen durch die
5 größere Kraft und Kürze des Englischen an manchen andern.
... Apropos, womit entschuldigt Herr Kokosky seine schlechte
Übersetzung? Damit, daß ich den sehr schwer wiederzugebenden
„Liebknecht-M a r x schen Stil“ schreibe! Welch ein Kompliment!
Tussys Brief gestern Abend eingetroffen. Wird morgen beant-“
wortet, damit Ihr nicht Alles auf Einen Tag bekommt.
Was sagt Gumpert?
Beste Grüße an Tussy.
nn
Dein F. E.