Full text: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

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VI. AbjOnitt: Einzelne Schuldverhältniffe. 
änzenden Auslegung dahin Helfen müffen, daß bei S 492 al8 ftillz 
TO wetatun gedacht hinzuzufeben ift: „An Stelle des S$ 490 Ab. } 
treten jedoch die SS 478, 479“; dadurch wird für den Fall des 8 492 Saab 
erften Teiles das Erfordernis der Unzeige wieder aufgeltellt. Neber Die 
berfieiedenen Meinungen vgl. ferner v. Blittersdorf in Bad. ipr. 
bo. 68 S. 184, Dertmann in Bem, 3, Opfergelt in der Ztfchr. D. rs 
Umtsrichter-VBereinz Bd. 24 S. 138 & (Auszug bei Neumann in Jahrb. Bd. ; 
S. 200), Gerter, Jur. Wichr. 1906 S. 731 ff. Häffner, echt 1908 ©, 443 un 
eingehend Sottharbt, Bl. |. NA. Bd. 74 S. 16 {f.; wie hier audh DLSG. Breslau, 
Kecht 1906 S. 617 nd VLS. Kiel, Seuff. Arch. Bd. 65 Nr. 70. 
Strittig {ft der Beginn der Verjährungsiriit dei Zufidherung der 
Trächtigfeit eines Viehitücs, Dak in der Garantietbernahme für Trächtig- 
feit, gleichviel ob Zrächtigkeit {hlechthin oder Trächtigkeit mit einem beftimmie 
Endtermin oder Trüchtigkeit von einer beftimmten Dauer zugefichert IT fd 
die Zuficderung einer Cigenfhaft liegt, it oO zu beftreiten. €3 {rag 
fih aber, wanıt hier die jechswöchige Verjährung für den Wandelungs- Tr 
Schadenserfaßanfpruch zu laufen beginnt. Stölzle (]. ur. Wichr. 1902 S. 11 { 
1906 S. 374 {f., Bad. Kfpr. 1910 S, 85 und befonder8 eingehend VBiehkan 
S, 327—347; ihn folgen die Mehrzahl der Gerichte, val. Stölzle, Serichtliche 
Entfcheidungen über den Sigi] S. 161 ds 1. ferner Sauer ©S, 187, Hirl 
S. 469) vertritt folgenden Standpunkt: € gibt nur zwei Möglichkeiten: 
a) € {ft eine beitimmte Gewährfrift vereinbart worden — hier Dr die 
Verjährung von 6 Wochen mit dem Ende diejer Gewährfriff. b) € murde 
feine ©ewäbhrfrift vereinbart — hier beginnt die Verjährung von 6 Wochen 
mit der Ablieferung des Tieres, Von anderer Seite dagegen o insbel. 
Meisner, BViehaewahr] Daft S. 138 ff, vgl. ferner auch Arlickmann, Anfechtung 
S, 65 ff. und in Bayr. 3. f. NR. 1907 S. 30, Landger. Mosbach, Bad. Kipr. 1909 
S. 16, Sromberz ebenda 1910 S. 86, 87) wird folgende Meinung wertreien: 
a) Wurde garantiert, daß das Tier biS zu einem Zeitpunkt (oder innerhal 
einer beftimmten Zrift) werfen werde, {o beginnt die EN Betz 
(EDEN erft mit dem Zeitpunkt, in dem der Käufer von dem Mange 
ennitnis erlangt hat (wegen der Bemweislaft vgl. Meisner S. 81), {päteltens 
mit dem AÜolaufe jenes Termin vder jener Frift; b) bei Sarantien_ Mt 
Trächtigkeit Olechthin vhne Frift= oder Terminsbeftimmung EN Betz 
jährung erft mit folder Aenntnis des Käufers, äußerftenfall8 mit Aolauf 
der längiten Trächtigfeitsdauer. m Hinblick auf die allgemeinen rund“ 
lagen der Verjährung (vgl. insbel. Ber. 3, a, od, au Ben. 5 zu S 477) dürfte 
(eßterer Meinung mindeften8 im Falle b beizupflihten fein. | 
Sn der Erklärung, daß ein Gemährsvieh völlig gefund fei, Fan DIE 
aticherung einer Eigenihaft im Sinne des $ 492 erblicdt werden: vgl. Urt. 
d. NE vom 16, Mat 1902 in Seuff. Arch. Bd. 58 S, 8, Jur. WI. 
L902 Beil. S. 239, Stölzle im „Recht“ 1904 S. 299 und Siehlanl S. 315 1l.; 
teilweife dagegen Hirfh Recht 1904 S. 476, val. ferner auch Schneider, Recht 
1903 ©. 528, Qrücmann, Anfechtung S. 93 FE Towie Araufe, Biehkauf und 
VBiehmüängel. 
2, m Gefchäftsleben Kommt e8 häufig vor, daß feiten3 des Verkäufers verfichert 
wird, er hafte für alle Mängel. €, 1 8 400 Hatte für die Viehgewährfchaft Die 
Beftimmung vorgefdhlagen: „Sin allgemeines Verjprehen des Veräußerer8, wegen 
aller Mängel haften zu wollen, ift nur auf die Saupfmängel zu beziehen.“ (DL. 11, 268.) 
Sn € HH 8 428 De der Sag durch die Beifügung der Worte „im Zweifel“ fchon nur 
mehr den Charakter einer Auslegungsregel. Sm Reichstag wurde fie vollendS3 geftrichen, 
weil Gefahr beitehe, daß dadurch dem gelhäftsgewandteren Verkäufer ein bequemes Mittel 
gewährt mürde, den gel häftsungewandteren Käufer zu benachteiligen, jene Befchränkung 
auch der mutmaßlichen Wbjicht der Parteien zuwiderlaufen Könnte ({. RER, 40; StB. 60). 
Nach diefen Verhandlungen erfcheint die Frage dem ridterliden Ermeffen anheim“ 
geftellt. € ift alfo im einzelnen alle zu prüfen, was die Marteien mirklid 
gewollt haben. Dabei ijt aber richtig, wenn Planck zu & 492 betont, wie {ehr e8 eben 
darauf anfomme, ob man e8 nur mit allgemeinen Anpreifungen zu tun habe oder mit 
Sa „rirTirhen ernitlidhen Nebernabme einer erweiterten Haftung. Bal. auch oben 
em. 1, €, 
3. Die U ann natürlich vertragsmäßig nicht nnr erweitert, fondern 
auch verfdärft werden, 3. B. dahin, daß der Käufer entgegen der Beftiuumung des S 487 
261. 1 die Wahl zwifhen Wandelung und Minderung Gaben Tolle (übereinftimmend 
Stölle S. 187 und die dort angeführte Literatur, forwie Wand in Ber. 1, a, «).
	        
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