Der Leninismus.
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und verändernde Wirklichkeit. Die Dialektik ist die Lehre von
diesen Veränderungen und Bewegungen, die Methode ihrer Erfassung,
aber sie ist keine idealistische Angelegenheit wie bei
Hegel, sondern sie beruht auf dem obiektiven Materialismus; sie
ist die Erfassung der Veränderungen, Wandlungen der geschichtlich-gesellschaftlichen
Wirklichkeit, die materiell, d. h. durch die
Produktionsverhältnisse und die auf ihnen beruhenden Klassenschichtungen
begründet sind. Die Dialektik kann nicht als geistige
Bewegung der gesellschaftlich-geschichtlichen Wirklichkeit gegenübergestellt
werden. Sie ist ein Ausdruck für das Entstehen,
Werden dieser Wirklichkeit. Infolgedessen lehnt sie allen Idealismus
ab, der nur Ausdruck einer subjektiven, von der gesellschaftlichen
Wirklichkeit losgelösten Welteinstellung ist.
Lenin hat immer wieder die Bedeutung des dialektischen Materialismus
hervorgehoben. Nur der dialektische Materialismus
Karantiere die Ansprüche des Marxismus auf objektive Wahrheit,
die die Welt zugleich erkenne und verändere, Er betont also
energisch den Zusammenhang von Marx und Hegel. In seinen
nachgelassenen philosophischen Aufzeichnungen findet sich der
Satz: „Ohne Hegel kann man das ‚Kapital‘ von Marx nicht begreifen.“
? Immer wieder hebt Lenin hervor, daß die Dialektik den
Materialismus aus einer statisch-metaphysischen Doktrin in die
Erkenntnis geschichtlich-gesellschaftlicher Wirklichkeit verwandle.
Aber die Dialektik ist für ihn nicht etwas Geistiges, Ideelles, sie
ist objektiv, von der durch die Produktionsverhältnisse bestimmten
gesellschaftlich-geschichtlichen Wirklichkeit getragen. Man darf
sie nicht als eine bestimmte Doktrin, von der Wirklichkeit 1o0sgelöste
Theorie ansehen. Zwar gibt es auch Dialektik als formale
Lehre von den Denkgesetzen, als Erkenntnistheorie, aber die Wirklichkeit
ist etwas Konkretes, und daher ist die Dialektik nur dann
tichtig angewandt, wenn sie im Zusammenhang mit den geschichtlich-gesellschaftlichen
Verhältnissen steht.
Energisch wendet sich also Lenin einerseits gegen alle Versuche,
an Stelle des dialektischen Materialismus, dieser Verbindung
Hegelscher Logik mit der marxistischen Gesellschafts- und Klassenanalyse,
einen „Scientifismus“, Sog. naturwissenschaftlich-mechanistische
Auffassungen, zu setzen. Die Dialektik ist mehr als das
Ergebnis, die Methode der naturwissenschaftlichen Erkenntnis, ist
mehr als die Lehre von den materiellen Gleichgewichtsverändetungen,
die das Verhältnis des Menschen zur Natur und damit
auch zur Produktion bestimmen ®. Sie ist die Waffe zur Erkenntnis
der konkreten Aufgaben und der konkreten Struktur aller ge-