278 Der Kampf gegen die Religion.
Februarheft des „Antireligiosnik“ sei als Beispiel ein Bericht über die
antireligiöse Arbeit bei Frauen zitiert. Auch hier zeigt sich die Verbindung
der antireligiösen Propaganda mit dem Versuche, die politischen
und wirtschaftlichen Pläne zu verwirklichen und das Wissen der Massen
zu steigern. Der religiöse Mensch soll durch den wirtschaftlichen ersetzt
werden; er ist der Feind der Sowjets, er hemmt den kulturellen Aufstieg,
lie Verbreitung der Bildung usw.
Der Bericht Popows über die antireligiöse Arbeit bei Frauen im Bezirke
von Iwanowo geht davon aus, daß die Frau ein besonders leichtes Opfer
religiöser Bearbeitung werde:
Daran ist schuld die kulturelle Zurückgebliebenheit, die eine
Folge bestimmter Lebensgewohnheiten ist, deren Wandlung die
wichtigste Aufgabe der kulturellen Revolution zu sein hat.... In
einem Dorfe erklärte ein Pope: „Ihr müßt durch Frauen wirken“;
in dieser Versammlung wurden gegen die Räte gerichtete Handlungen
vorbereitet.
Popow klagt, daß ein eigener Stab von 96 Schwestern, frommen
Frauen usw. zur Befestigung religiöser Vorurteile dient. Es wird
darauf hingewiesen, daß die Zahl der Analphabeten zu 83°/o aus
Frauen besteht und daß darum da die religiöse Propaganda
besonders leicht ist. Was für Mittel werden dieser religiösen Verdummung
bei den Frauen entgegengestellt? Von 100000 Mitgliedern
des örtlichen Gottlosenbundes sind 36000 Frauen. Der
Gottlosenbund soll 1931 um 35°, 1932 um 40% und 1933 um
weitere 60° auf 834456 Mitglieder wachsen. Besonderer Wert
wird auf die Verbreitung antireligiösen Unterrichtes unter den
Frauen gelegt. Es sind eigene, besondere Seminare und Kreise
für weibliche antireligiöse Agitatorinnen eingerichtet; aber Popow
stellt fest, daß diese Massenagitatorinnen nicht ausreichend sind.
Daher sind sog. höhere antireligiöse Kurse eingerichtet; in dem
antireligiösen Technikum von Alexandrowk sind die grundlegenden
Fächer die antireligiösen Disziplinen dialektischer und historischer
Materialismus. Da ist die Theorie der Gottlosigkeit fest verbunden
mit der Praktik, Nach sechsmonatlichem Unterricht folgt eine
sechsmonatliche Praxis in dem Bezirke. Von vierzig Studenten
der ersten Aufnahme waren vierzehn Frauen. So kann Popow
ankündigen, daß nach Beendigung der ersten Lehrzeit im März
1931 vierzehn Bezirke qualifizierte antireligiöse Agitatoren erhalten
werden.
Die antireligiöse Arbeit geht vor sich im Klub, in der Roten
Ecke (d. h. der Wand, dem Zimmerteil, der mit revolutionären
Plakaten, Lenin- und Stalinbildern geschmückt ist), in der Werk-