Verhältnis zur Metaphysik
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Schritt für Schritt in ihrer Eigenart zurückzugewinnen. An die
Stelle der bewunderungswürdigen Folgerichtigkeit, mit der in der
antiken Philosophie jede neue Phase aus der vorhergehenden nach
inneren logischen Gesetzen erwächst, tritt daher hier eine viel-
fältig komplizierte und durch mannigfache Rücksichten bedingte
Bewegung, die sich erst allmählich um einen festen Mittelpunkt zu-
sammenschliesst. Wollen wir daher auf dieser Stufe das Problem
der Erkenntnis in seiner konkreten geschichtlichen Gestalt ergreifen,
so dürfen wir es aus den Beziehungen und Zusammenhängen, die
es mit andersartigen Interessen eingeht, nicht herauslösen. Die
strenge Abgrenzung seiner Bedeutung, die Einsicht in seine Sonder-
stellung und seinen fundamentalen Wert, die das letzte Ergebnis
der gedanklichen Arbeit der Neuzeit ist, dürfen wir nicht vorweg-
nehmen und an die Spitze stellen. Wie eng insbesondere die Ver-
knüpfung mit den ethischen und religiösen Ideen ist, kann
man sich alsbald verdeutlichen, wenn man sich die Rolle ver-
gegenwärtigt, die beide in der Entwicklung des modernen Begriffs
des Selbstbewusstseins spielen. Hier müssen vor allem Den-
ker, wie Pascal, in denen zwei verschiedene innere Stellung-
nahmen zum Erkenntnisproblem, in denen die neue wissenschaft-
liche Methodik mit der religiösen Grundstimmung des Mittelalters
sich begegnen und widerstreiten, das geschichtliche Interesse
fesseln. Der individuelle Kampf, der sich in ihnen vollzieht, ist
zugleich der Ausdruck einer tieferen allgemeinen Wandlung der
Denkart. Allgemein müssen wir überall dort, wo im Bewusstsein
einer Epoche die metaphysischen Interessen noch von entschei-
dender und zentraler Bedeutung sind, auch innerhalb. dieser Inter-
essen selbst unseren ersten Standort und Ausgangspunkt nehmen;
und diese Rücksicht gilt, wie für das Gesamtgebiet, so auch für
seine einzelnen Teile und Glieder. Die Grundbegriffe der wissen-
schaftlichen Erkenntnis; die Begriffe der Kraft und der Ursache, der
Substanz und der Materie haben sämtlich eine lange und vielver-
zweigte metaphysische Vorgeschichte, die weit über die Anfänge
der neueren Zeit hinausreicht. .Die Genese dieser Begriffe lässt
sich freilich nicht darstellen, wenn man nicht beständig auf ihre
Funktion innerhalb der mathematischen Physik hinblickt; eben-
sowenig aber lassen sich hieraus allein alle Einzelphasen ihres
Werdens verständlich machen. So sehen wir insbesondere bei den