Die Kritik der Syllogistik.
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ihre Einteilung der Inhalte des Wissens nicht unter dem Gesichtspunkte
des Seins, sondern unter dem Gesichtspunkte der
Erkenntnis trifft: nicht wie sie „an sich“, sondern wie sie in
der Ordnung des Erkennens und Begründens von einander abhängen
und aus einander hervorgehen, sollen die Gegenstände
sich in ihr folgen. Es ist daher auch kein Widerspruch, wenn die
„einfachen“ Elemente, die sich für diese Betrachtungsweise ergeben
— wie etwa der Begriff der „Ursache“ oder des „Gleichen“
— in Wahrheit blosse Beziehungen darstellen: einzig die Metaphysik,
nicht die Wissenschaft hätte ein Interesse daran, noch
hinter diese Verhältnisbegriffe und Wahrheiten auf letzte „absolute“
Grundlagen zurückzugreifen.!!‘) Während die scholastische
Logik und Physik der „Wesenheiten‘“ vom abstrakten und inhaltsleeren
Gattungsbegriff ausging, um ihn durch die Skala der „metaphysischen
Grade“ hindurch bis zur untersten Art hin zu verfolgen,
stehen hier inhaltlich völlig bestimmte, einfache Elementarverhältnisse
am Anfang, die wir fortschreitend zu immer complexeren
Verhältnissen weiterführen und ausbauen, 5)
Von hier aus klärt und bestimmt sich zugleich das Verhältnis
zur Syllogistik. Der Syllogismus soll keineswegs ausgeschaltet
oder entwertet werden: ist er doch das eigentliche
formale Beweismittel, dessen sich die Mathematik, und insbesondere
die Euklideische Geometrie, bedient. Dennoch soll die
synthetische Form des Beweises, wie sie sich hier in einem
klassischen Beispiel verkärpert, nicht die einzige und ursprüngliche
bleiben. Denn wenngleich dieses Verfahren allgemein anwendbar
ist, wo es sich darum handelt, von gegebenen Voraussetzungen
aus zu unbekannten Folgerungen fortzuschreiten, so
versagt es doch, wenn die Aufgabe in der Aufsuchung der
Prämissen selbst besteht. Ueberall dort, wo es darauf ankommt,
die ersten Fundamentalbegriffe selbst erst zu entdecken und
herauszustellen — wo also, wie in der Philosophie, die „Prinzipien“
nicht den Anfang, sondern das Ziel der Untersuchung
bedeuten — da kommt die synthetisch-syllogistische Schlussart
nur als Umkehrung einer vorangehenden und ursprünglichen
Analysis in Frage. Der Syllogismus zwingt, aber er überzeugt
nicht: während die Analvsis die innere Gliederung des Problems