Full text : Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Die Metaphysik.

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werden. Welche Mittel wir auch immer haben, uns der äusseren
Dinge zu versichern; sie müssen sich, sofern sie ein Wissen
um die Gegenstände gewähren und vermitteln wollen, zuletzt als
Mittel des Bewusstseins erweisen. „Wenn wir uns die Aufgabe
stellen, alle Wahrheiten, zu deren Erkenntnis die menschliche
Vernunft zureicht, zu prüfen, was einmal im Leben jeder iun
muss, der zu wahrer Einsicht gelangen will, so werden wir
finden, dass Nichts früher erkannt werden kann, als der Verstand
 selbst, da von ihm die Erkenntnis alles Uebrigen abhängt,
 und nicht umgekehrt.“ Diese Sätze, die für Descartes den
Ausgangspunkt seiner Mathematik und Erfahrungswissenschaft
bilden, bezeichnen zugleich den streng begrenzten und bestimmten
Ursprung seiner Metaphysik. Sie weisen darauf hin, dass wir
vor jeder objektiven Uniersuchung zunächst die „Instrumente
des Erkennens‘“ in einer genauen Uebersicht uns vor Augen
stellen und prüfen müssen; sie gehen weiter zu der Forderung
über, dass wir nicht bei dieser passiven Betrachtung stehen
bleiben dürfen, sondern die Mittel und Bedingungen des Wissens
selbständig erschaffen müssen. Wie der Handwerker, der von
allen Hilfsmitteln verlassen, ein widerstrebendes Material zu bearbeiten
 hat, damit beginnen wird, sich die notwendigen Werkzeuge,
 sich Hammer und Ambos zu bereiten, so wird der Intellekt
sich nicht alsbald den Streitigkeiten der Philosophen, noch
selbst den Problemen der Mathematik zuwenden, sondern sich
zuvor seiner eigenen Wahrheit und seines eigenen Vermögens
versichern. Die Vernunft kann mit keinem anderen Objekt und
keinem andern Vorwurf beginnen, als mit sich selbst.®)
Und auch über die Art, in der diese fundamentale Selbstgewissheit
 des Denkens gewonnen und befestigt wird, kann nach
Jen ersten Festsetzungen der Methode kein Zweifel mehr sein, Dass
Jer Syllogismus keine neue inhaltliche Erkenntnis verschaffen.
Jass er nur gegebene Anfänge entwickeln und verdeutlichen kann,
Jas steht für Descartes durch die Anfänge seiner Wissenschalls-(heorie
 fest. (S. ob. S, 381 If.) Als ein Symptom des Missverständnisses
 gilt ihm daher die Auffassung, dass wir zu jener ersten
Grundlegung. dass wir zu dem Satze „Ich denke“, eine abstrakte
Begriffsbestimmung des Denkens überhaupt voraussetzen müssen,
Dieser ontologische Anfang wäre dem Verfahren, das wir am
            
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