Pascal.
ist ein Begriff von so ursprünglicher „transscendentaler“ Klarheit,
dass jeder Versuch einer weiteren Erläuterung ihn nur zu verdunkeln
vermöchte.?)
Kein metaäphysischer Skrupel kann somit auf dem Standpunkt,
zu dem uns Pascals Wissenschaftstheorie hingeleitet hat,
das Kriterium der klaren und deutlichen Erkenntnis in seinem
Werte beeinträchtigen. Von der Skepsis, die später in den „Pensces“
gegen unsere „Natur“ und ihre unmittelbaren Offenbarungen
laut wird, findet sich hier noch keine Andeutung: la nature,
qui seule est bonne, est tout familiere et commune.®) Zwar
klingt schon an dieser Stelle ein Motiv des späteren Werkes
an, wenn Pascal zur Charakteristik des Erkenntnisprozesses vor
allem auf die Probleme des Unendlich-Kleinen und Unendlich-Grossen
hinausblickt. Aber eben von dieser sachlichen Uebereinstimmung
aus fällt helles Licht auf den Widerstreit, der zwischen
der methodischen und der metaphysischen Grundabsicht
und Grundstimmung besteht. In den „Pensees“ führt der Einblick
in die Unendlichkeit des Fortschritts, das Bewusstsein, dass
weder nach der Seite der Vermehrung, noch nach der der Teilung
jemals ein Abschluss zu finden ist, zur Selbstvernichtung.
des Denkens und seiner Grundgesetze. Das Ich, das jeden Halt
und jeden Standort für sich verloren hat, versucht nicht länger,
das Geheimnis des Seins zu enträtseln: der Intellekt ist sich selbst
nach dem ganzen Umfang seiner Fähigkeiten und seiner Probleme
zum unlösbaren Widerspruch geworden. Die Schrift über die
geometrische Methode scheint äusserlich dieselbe Richtung des
Gedankens einzuschlagen. Auch ihr gilt als feststehend, dass das
Unendliche, von dessen Existenz uns notwendige und zwingende
Gründe überzeugen, uns seiner Natur nach unbegreiflich bleibt.
Hier aber ist es der Verstand selbst, der — im Widerstreit zu
den scheinbaren Gegeninstanzen der sinnlichen Beobachtung und
Vorstellung — das Sein des Unendlichen verficht und bekauptet;
hier sind es die unbestreitbaren und evidenten Prinzipien der
Geometrie, die die Wahrheit der Schrankenlosen Ausdehnung
und Teilbarkeit der Materie erhärten. Den „cChimärischen Schwierigkeiten“,
die sich die Einbildungskraft schafft, setzt das
mathematische Denken seine „natürliche Klarheit“ und seine fun-Jamentale
Gewissheit entgegen. Was somit auf der einen Seite.