Wille und. Intellekht.
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endet Pascal zuletzt mit innerer Notwendigkeit in dem Auto-
ritätsprinzip, das die „Lettres Provinciales“ bekämpft und für
immer blossgestellt hatten. An Stelle des mystischen Glaubens,
den das Ich von aussen passiv zu erwarten hat, werden die
‚Werke“ und Zeremonien das eigentliche Ziel seiner praktischen
Betätigung. Da die Gnade als freies Geschenk gegeben und
durch die sittliche Arbeit des Selbst nicht notwendig bestimmt
und herbeigeführt wird, so bleibt für diese allein die Auf-
gabe übrig, die äussere „Maschine“, den Automatismus des Ge-
dankens, zu lenken und gefügig zu machen. „Suivez la maniere
par olı (les fideles) ont commence: c’est en faisant tout comme
s’ils croyaient, en prenant de l’eau benite, en faisant dire des
messes etc.; naturellement möme cela vous fera croire et
vous abetira. — Mais c'est ce que je crains. — Et pourquoi?
qu’avez-vous a perdre?“ (X, 1.) Man hat vergebens versucht, die
schneidende Schärfe dieses Wortes abzustumpfen. Wenn irgend-
wo, SO gilt hier, was Pascal selbst in einem anderen Zusammen-
hange ausgesprochen hat: un mot de cette nature determine tous
‚es autres . , jusque la ambiguite dure, et non apres (XXIV, 26).
Was in Pascals „Welte“ auf dem Spiele steht, das haben die
Penseces mit aller Ehrlichkeit und Entschiedenheit herausgesagt,
indem sie immer von neuem wiederholen, dass alle Würde und
alles Verdienst des Menschen im Denken besteht. Aber eben
diesen Einsatz gilt es zu wagen, eben diesen Wert und diese
Grundeigentümlichkeit des Ich gilt es zu opfern, um es damit
einer höheren Ordnung teilhaft zu machen.
Um das Ziel, zu dem die Skepsis hier geführt wird, zu ver-
stehen und zu beurteilen, müssen wir es ihrem Anfang und Aus-
gangspunkt gegenüberstellen. Die Erinnerung an Montaignes
Essais ist in dem Werke Pascals überall lebendig, ja sie wirkt,
bei all seiner literarischen Originalität, bis in die stilistische
Fassung der einzelnen Gedanken fort. In Montaigne fasst sich
für Pascal — wie er in seiner Unterredung mit M. de Saci aus-
führt — der Gehalt und das Ergebnis der gesamten weltlichen
Philosophie zusammen. Die Demütigung der natürlichen
Geisteskräfte bildet den Anfang jeder wahren Erkenntnis un-
seres jenseitigen Ursprunges, Und dennoch hat der Zweifel
bei Montaigne und Pascal eine diametral entgegengesetzte Be-