Kräaftbegrif und Gesetzesbegriff.
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trennte, beziehungslose Zustände des Seins; Entschluss und Ausführung
sind vielmehr ein einziger identischer Akt, der nur
durch unsere nachträgliche Betrachtung in zwei verschiedene
Momente zerlegt und gespalten wird.5®) So ist der innere Zwang,
den die Dinge, nach der populären Ansicht, auf einander ausüben
zwar beseitigt, dennoch aber die Auflösung des Kausalverhältnisses
in eine blosse Ordnung der Begriffe nicht erreicht. Die Gleichförmigkeit
des Geschehens setzt die Beständigkeit der Macht
und des Willens Gottes voraus; die „Kräfte“ innerhalb der Bewegung
sind nur darum ausgeschaltet, um sie auf eine einzige
Grundkraft der Schöpfung zusammenzuziehen. Die stete Ortsveränderung
eines Körpers beruht nicht auf der Beharrung eines
ursprünglich ihm verliehenen Antriebes: sie wird erst verständlich,
wenn wir in ihr die Wirkung eines unausgesetzten Schöpferaktes
erblicken, vermöge dessen der Körper successiv an verschiedenen
Stellen von neuem hervorgebracht wird.#) Damit aber
ist die Kontinuität der Bewegung metaphysisch vereitelt: nur
die Sinne sind es, die uns den stetigen Fortschritt ein und desselben
Beweglichen vortäuschen, während es sich in Wahrheit
um die diskrete Entstehung gleichartiger Subjekte an verschiedenen
Punkten des Raumes handelt. Malebranches Metaphysik
— und ebenso, wie sich zeigen wird, seine Erkenntnislehre
— besitzt kein Mittel, das continuierliche Werden, den Uebergang
von einem Zustand in den anderen begreiflich zu machen.
Sie muss, um den neuen Zustand zu erklären, beständig wieder
auf das höchste Sein zurückgreifen. Auch in der Mitteilung und
Uebertragung der Bewegung ist die wahre Ursache des Verhaltens
der Körper jenseits der Erfahrung zu suchen: die göttliche Allmacht
ist es, die bei Gelegenheit einer bestimmten Lagerung und
Configuration von Massen in der einen ein bestimmtes Quantum
von Bewegung vernichtet, um es in der anderen neu zu erschaffen.
Wie aber Schöpfung und Vernichtung einen unversöhnlichen
Widerspruch zu dem modernen Begriff der Natur bilden,
so tritt jetzt allgemein in Malebranches System eine eigentümliche
Spannung und ein Gegensatz zwischen Gottes- und Naturbegriff
ein; der uns unvermittelt in die mittelalterliche Weltansicht
zurückzuversetzen droht. Die Wirksamkeit einzelner und
selbständiger Naturursachen anerkennen, heisst ihm die unum-