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Bayle.
nung und Unterscheidung an sich bestehender Dinge brauchen
wollen.
Von diesem allgemeinen, theoretischen Ergebnis aus verstehen
wir nunmehr sogleich die Kritik des Offenbarungsglaubens,
die der „Dictionnaire“ durchführt. Zwischen unseren Vernuniftbegriffen
und den jenseitigen Mächten und Wirklichkeiten, von
denen dieser Glaube spricht, ist jede Beziehung abgebrochen. In
der Sicherung dieses Gedankens liegt die Grundabsicht, die sich
durch alle Wendungen und Verschleierungen von Bayles Dialektik
hindurch verfolgen lässt. Wenn der „Commentaire philosophique“,
von dem wir ausgingen, auf eine rationale Prüfung
and Berichtigung der Glaubenssätze hinzustreben schien, so wird
jetzt eben diese Fassung des Zieles als in sich selber widerspruchsvoll
verworfen. Das einzige eindeutige und konsequente
Verhältnis, das sich zwischen Philosophie und Glaubenslehre
feststellen lässt, ist die unbedingte Unterwerfung des Denkens
unter den Inhalt der Offenbarung. Mit immer erneutem Pathos
wird diese letzte resignierte Entscheidung als das endgültige
Ziel und der echte Ertrag aller Wissenschaft gepriesen. Noch
einmal fasst Bayle alle Bemühungen des Menschengeistes, Glauben
and Wissen zu versöhnen, zusammen, um ihnen allen gleichmässig
das Urteil zu sprechen. Jede Vermittlung, die bier gesucht
wird, erweist sich als eine Halbheit des Denkens; jeder
Versuch der theoretischen Vernunft, zum mindesten ein immanentes
Gebiet abzugrenzen, auf dem sie frei und selbständig
schaltet, ist eine leere Selbsttäuschung. 1%) Die Erkenntnis ist ein
(ückenloses System: sie an einem Punkte aufgeben, beisst auf sie
in ihrer Totalität Verzicht leisten. Wir vertrauen etwa auf den
Grundsatz, dass zwei Dinge, die sich von einem dritten nicht unterscheiden,
untereinander nicht verschieden sind: das Mysterium
der Dreieinigkeit wird uns trotzdem vom Gegenteil überzeugen.
Wir nehmen als evidente Wahrheit an, dass ein Körper nicht
an mehreren Orten zugleich sein kann; das Dogma der Euchacistie
klärt uns über unseren Irrtum auf. „Durch diese Lehre
verlieren wir alle Wahrheiten, die wir bisher in den Zahlen ge-‚unden;
wissen wir nun doch nicht mehr, was „Zwei“ und „Drei“,
was Identität und Verschiedenheit bedeuten.“ Logik und Mathematik
werden jetzt im günstigsten Falle zu einer Sammlung in-