Full text: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Giordano Bruno. 
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lat. I, 3, 22f.: „Errat ratio cum in infinitum resolvendo abit. 
Certe enim naturam non persequitur, nec ideo credat naturam 
attingere, exaequare vel praetergredi dividendo, sed, si falli no- 
lit, sciat se extra naturam phantastice evagari.“ (Man halte hier- 
gegen die Sätze, die in Anm. 21 und 29 angeführt sind.) 
7) De minimo (Ende des ersten Buches), S. 186. — Vgl. beson- 
ders die Aeusserungen Patrizzis (ob. S. 239). — Die Uebereinstim- 
mung mit Patrizzi, dessen „Nova philosophia“ im selben Jahre 
wie die Schrift „De minimo“ erscheint, könnte man darauf zu- 
rückzuführen suchen, dass Patrizzi Brunos „Articuli adversus Ma- 
thematicos“ gekannt und benutzt habe: doch weist seine Darstel- 
lung bei aller Aehnlichkeit der logischen Grundtendenz in der 
speziellen mathematischen Ausführung so viele eigenartige Züge 
auf, dass diese Erklärung nicht ausreicht. Man wird daher an- 
aehmen müssen, dass es sich bei beiden Denkern um eine rela- 
tiv selbständige Fort- und Umbildung Cusanischer Gedanken han- 
delt. Das Verhältnis Brunos zu Patrizzi ist übrigens eigentümlich 
verwickelt und würde eine besondere geschichtliche Untersuchung 
verdienen: so hat Fiorentino nachgewiesen, dass Bruno, so 
verächtlich er über Patrizzis „Discussiones peripateticae“ ur- 
teilt, in wichtigen Hauptsätzen dennoch mit diesem Werke über- 
zinkommt. Auch hier braucht man indes keine Entlehnung an- 
zunehmen, sondern kann Brunos wie Patrizzis Sätze als notwen- 
dige sachliche Folgerungen aus Prämissen, die der gesamten Na- 
turphilosophie gemeinsam sind, verstehen. 
7) Sigillus sigillorum, Op. lat. 1I, 2, 197. 
%) S. die Schriften „De magia“, „Theses de magia“ und „De 
magia mathematica“ im dritten Bande der lateinischen Schriften. 
Vgl. bes. III, 400 f., 455 f. 
%5) Vgl. La cena delle ceneri, Op. ital. 184.
	        
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