Giordano Bruno.
583
lat. I, 3, 22f.: „Errat ratio cum in infinitum resolvendo abit.
Certe enim naturam non persequitur, nec ideo credat naturam
attingere, exaequare vel praetergredi dividendo, sed, si falli no-
lit, sciat se extra naturam phantastice evagari.“ (Man halte hier-
gegen die Sätze, die in Anm. 21 und 29 angeführt sind.)
7) De minimo (Ende des ersten Buches), S. 186. — Vgl. beson-
ders die Aeusserungen Patrizzis (ob. S. 239). — Die Uebereinstim-
mung mit Patrizzi, dessen „Nova philosophia“ im selben Jahre
wie die Schrift „De minimo“ erscheint, könnte man darauf zu-
rückzuführen suchen, dass Patrizzi Brunos „Articuli adversus Ma-
thematicos“ gekannt und benutzt habe: doch weist seine Darstel-
lung bei aller Aehnlichkeit der logischen Grundtendenz in der
speziellen mathematischen Ausführung so viele eigenartige Züge
auf, dass diese Erklärung nicht ausreicht. Man wird daher an-
aehmen müssen, dass es sich bei beiden Denkern um eine rela-
tiv selbständige Fort- und Umbildung Cusanischer Gedanken han-
delt. Das Verhältnis Brunos zu Patrizzi ist übrigens eigentümlich
verwickelt und würde eine besondere geschichtliche Untersuchung
verdienen: so hat Fiorentino nachgewiesen, dass Bruno, so
verächtlich er über Patrizzis „Discussiones peripateticae“ ur-
teilt, in wichtigen Hauptsätzen dennoch mit diesem Werke über-
zinkommt. Auch hier braucht man indes keine Entlehnung an-
zunehmen, sondern kann Brunos wie Patrizzis Sätze als notwen-
dige sachliche Folgerungen aus Prämissen, die der gesamten Na-
turphilosophie gemeinsam sind, verstehen.
7) Sigillus sigillorum, Op. lat. 1I, 2, 197.
%) S. die Schriften „De magia“, „Theses de magia“ und „De
magia mathematica“ im dritten Bande der lateinischen Schriften.
Vgl. bes. III, 400 f., 455 f.
%5) Vgl. La cena delle ceneri, Op. ital. 184.