Beweggründe.
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nicht herauskommen können: Niemand, der sich neben einem
sanften Menschen zu Tisch setzt, hat das Gefühl, daß dieser viel⸗
leicht auffahren und ihn erwürgen könne; allein innerhalb der
Charakteranlagen wird der Mensch kraft seines freien
Willens so oder anders handeln. Der Charakter wird eine
Geneigtheit erzeugen, die so stark ist, daß gewisse Handlungen
nicht erfolgen werden; im übrigen aber ist die Art der Handlung
eine zweifelhafte. Sollten wir im einzelnen Falle annehmen,
daß die Beweggründe so stark auf den Charakter wirkten,
daß der freie Wille nicht mehr genügend tätig sein konnte, um
das Unsittliche zu vermeiden, so hätten wir einen Un—
zurechnungsfährgen vor uns, und damit wäre jede Verantwortung
ausgeschlossen.“)
So auch vorzüglich Thomas v. Aquin Summa I83 a 1:
ax hujusmodi dispocitions homo inclinatur ad eéligendum aliquid
vel repudiandum. Sed istae inclinationes subjacent
judicio rationis, cui obedit inferior appetitus*). Und so auch
des Thomas Schüler Dante in Purg. XVIII 67 ff:: *9
Color che ragionando andâro al fondo
g'accorser d'esta innata libertato,
Perd moralità lasciäâro al mondo.
Onde, pognam che di necessitate
Surga ogni amor che dentro a voi
Di ritenerlo è in voi la poteéestate;
g'accende:
was ich folgendermaßen umschrieben habe:
Doch Menschengeist vermag die Kraft zu binden,
Er kann die Triebe zähmen; ihre Lust
Kann ernster Wille siegreich überwinden.
Wenn die Begierden keimen in der Brust,
Kann er verschließen seines Busens Pforte:
Ddie Tat wirkt frei und ihrer selbst bewußt.
x) Inwiefern beispielsweise bei sadistischer Veranlagung Unzu—
rechnungsfaͤhigkeit anzunehmen ist, darüber vgl. Ilberg, Monatsschrift
f. Kriminalpsychologie II S. 619 f.
vr) So später auch Leibnitz u. a.
xrxs Vgl. auch meine Schrift: Dante als Prophet an unsere
Zeit S. 21.“ Für die Großartigkeit der Kritik ist es bezeichnend,
daß eine Reihe von Besprechungen sich lediglich um den Titel dieses
Werkes drehten, ohne den Inhalt der Schrift zu würdigen.