Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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Soziale und
politische
Nirkung der
Kapitalshildune,


Kreditwirtschaft.


darfes unabhängiger zu sein. Dadurch gewinnt der Arbeiter seinerseits
eine größere Unabhängigkeit und freie Verwertbarkeit seiner Kräfte,
die er nun nicht nur im Dienste des Herrn, sondern auch des Publikums
anwenden kann. Durch das Geld hat er die Möglichkeit erlangt, sich
in die besitzende Klasse emporzuarbeiten, was ihm wiederum die Möglichkeit
 gewährt, sich von dem Herrn loszukaufen und ein freier Mann
zu werden. Durch das Dazwischentreten des Geldes wird allmählich
das alte Hörigkeitsverhältnis gelockert und schließlich beseitigt. Jeder
wird selbständiger, aber auch isolierter. :Der Grundherr hatte Anspruch
auf die Arbeitskraft seiner Untergebenen, dafür aber auch die Verpflichtung
 zur Fürsorge in Fällen der Not. Mit Beseitigung der Rechte
fallen auch die Verpflichtungen fort, und der Arbeiter steht in Zeiten
der Bedrängnis hilflos da,
4. In der Zeit der Naturalwirtschaft beobachtet man das natürliche
 Bedürfnis der einzelnen Stände und Berufsklassen, sich zur Vertretung
 ihrer Interessen eng zusammenzuschließen. Je mehr sich die
Geldwirtschaft einbürgert, um so mehr löst sich das alte Verhältnis,
die Gegensätze gleichen sich aus. Es ist eine allgemeinere Atomisierung
 der Volkselemente zu beobachten.
5. Die Steigerung des Wohlstandes, die gewonnenen Geldmittel
führen unwillkürlich zu einer Erhöhung der Lebensbedürfuisse, und
liese regen wiederum zu stärkerer Produktion und Verwertung aller
Arbeitskräfte an. Damit kommt Leben in das ganze wirtschaftliche
Treiben, und Fortschritt tritt an die Stelle der bisherigen Stagnation.
6. Da das Geld sich in einer Hand beliebig anhäufen läßt, so
ist damit die Möglichkeit gegeben, auch ohne Grundbesitz wirtschaftliche
 Macht zu erlangen. Neben dem Grundbesitzer bildet sich die
Klasse der Kapitalisten aus, die sich zwischen ihn und den Arbeiter
schiebt. Die Nachfrage nach diesen bewirkt die Besserung der Lage
des Arbeiters. In sozialer wie wirtschaftlicher Beziehung tritt die
Klasse der Kapitalisten den Grundbesitzenden entgegen und ringt mit
ihnen um die Herrschaft.
7. Die Staatsgewalt bezahlt nun die ihr geleisteten Dienste mit
Geld, und so bildet sich das Soldheer und ein von ihr abhängiger
Beamtenstand aus, der von dem Grundbesitze losgelöst, den Staat von
ler grundbesitzenden Klasse unabhängiger macht. Die Domänenwirtschaft
 wird durch ein Steuersystem ersetzt, um dem Staate die nötigen
Mittel zu verschaffen. Alles wirkt darauf hin, an Stelle des Feudalstaates
 die absolute Monarchie zur Ausbildung zu bringen,
Wurde in der Zeit der Naturalwirtschaft allein für den Lokalbedarf
 gearbeitet, so erweitert sich die Thätigkeit zur Zeit der Geldwirtschaft
 auf einen ausgedehnteren Umkreis, Die Kreditwirtschaft
führt dann mehr und mehr zum internationalen Verkehre und ernöglicht
 denselben erst in so durchgreifender und charakteristischer
Weise, wie ihn die Gegenwart aufzuweisen hat, 1. Wurde durch die
Einführung des Geldes die Kapitalsbildung in ausgedehnterem Maße
ermöglicht, so nimmt sie in der letzten Entwickelungsphase nie geahnte
Dimensionen an, ermöglicht die Konzentrierung des Kapitals zur Produktion
 im Großen, und fördert überall den Uebergang vom Kleinzum
 Großbetrieb in Handel und Industrie. Die Entwickelung des Wohlstandes
 wie der Lebensansprüche geht in beflügelter Weise vor sich.
2. Die sich ausbildende internationale Arbeitsteilung, wie der hochyespannte
 Bedarf im Inlande bringen wiederum größere Schwankungen
            
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