Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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in die Produktions- und Konsumtionsverhältnisse, damit größere Unruhe
und Ungleichmäßigkeit in den volkswirtschaftlichen Betrieb. Die
Spekulation greift, unterstützt und getragen durch den Kredit, in alle
Verhältnisse ein und läßt die Sucht, ohne Arbeit reich zu werden,
allgemeiner um sich greifen. Weil die Basis des Besitzes im Vergleich
zum Umsatze weit geringer geworden ist, muß auch das Risiko größer
werden, und der Konjunkturenwechsel größere wirtschaftliche Erschütterungen
 herbeiführen, als sie zur Zeit der Geldwirtschaft vornanden
 waren. Die wirtschaftlichen Krisen sind eine besondere Eigenümlichkeit
 der neuesten Wirtschaftsphase, unter der die Arbeiterklasse
oesonders leidet.
3. Durch das überall eingreifende Kapital steigt die Nachfrage
nach Arbeitskräften und führt im großen Ganzen zu einer wachsenden
Besserung der Lage der unteren Klasse und ihrer wirtschaftlichen
wie politischen Bedeutung. Die Lebensansprüche derselben wachsen
aber in noch stärkerem Maße, so daß der Gegensatz der Klassen verschärft
 erscheint, obgleich die wirtschaftliche Unterlage eine Ausgleichung
 erfahren hat. Hatte die Geldwirtschaft die alten Standesgruppen
 aufgelöst und atomisierend gewirkt, so bildet sich jetzt wiederum
der Associationsgeist aus. Aber die Vereinigungen sind nicht durch
strengen Kastengeist abgeschlossen und festgelegt, sie erwachsen auf
dem Boden der Freiheit durch momentan vorliegende Bedürfnisse, verbinden
 nur zeitweise und für bestimmte wirtschaftliche, soziale oder
politische Aufgaben. Der Kredit verknüpft die Interessen der verschiedensten
 Wirtschaftsgruppen und bildet dadurch den Associationszeist
 aus, der für unsere Zeit typisch ist und in diesem Jahrhundert
sicher noch eine größere Entfaltung erfahren wird.
4. Wie die Herrschaft des Kapitals mit ihrer wirtschaftlichen Beleutung
 mehr und mehr in den Vordergrund tritt, verschwindet das
Üebergewicht des Grundbesitzes. Der landwirtschaftliche Betrieb
büßt den alten patriarchalischen Charakter ein, wird mehr und mehr
der industriellen Unternehmung ähnlich und verliert damit die alte
Stabilität.
5. Auf den Feudalstaat folgte die absolute Monarchie, auf diese das
constitutionelle System, gestützt durch eine breite, wohlhabende Mittelklasse,
 die mehr und mehr zur Herrschaft berufen ist und der Zeit
ler Kreditwirtschaft entspricht.
6. Die wirtschaftliche und politische Freiheit und Gleichberechjigung
 Aller kommt völlig zum Durchbruch.

Kapitel V.
Der Preis.

$ 42.
Das allgemeine Preismaß.
Th. Tooke und W. Newmarch, Die Geschichte und Bestimmung der Preise
während der Jahre von 1793—1857, übers. von Asher. Dresden 1862.
Zuckerkandl, Theorie des Preises. Leipzig 1889.
Das Preismaß unterscheidet sich von den anderen Maßen dadurch,
laß es nicht eine äußerlich wahrnehmbare Form messen soll, sondern
            
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