Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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die Möglichkeit geboten, das dort gehandelte Objekt in der leichtesten
und angemessensten Weise los zu werden und ebenso es zu erlangen.
Die dort ausgebildete weitgehendste Konkurrenz führt im großen
Durchschnitte am besten zur Anpassung der Preise an die thatsächlichen
 Verhältnisse, denn das Verhältnis von Angebot und Nachfrage
tritt dort am übersichtlichsten zu "Tage. Man kann mit Zuversicht
sagen, daß, wenn eine solche Einrichtung sich nicht historisch bereits
antwickelt hätte, man genötigt wäre, sie neu zu schaffen, da sie sich
als unentbehrlich unter unseren Verhältnissen herausgestellt hat. Sie
ist nicht etwas willkürlich Geschaffenes, sondern mit innerer Notwendigkeit
 allmählich so Gewordenes, Die Fondsbörse erleichtert es dem
Kapitalisten, sich diejenige Anlage zu suchen, die er aus der großen
Auswahl nach dem Kurszettel für seine Verhältnisse als am passendsten
auswählt. Er ist sicher, dort das Papier zu finden, welches er wünscht,
wenn es überhaupt verkäuflich ist, und ebenso kann er darauf rechnen,
dort einen Käufer für sein Papier zu finden, wenn es irgend Anspruch
auf einen Kurs erheben kann; und die dort zu Tage tretende Konkurrenz
 sichert ihm im großen Ganzen den Preis, wie er den allgemeinen
 Verhältnissen entspricht. Es ist natürlich, daß, je größer ein
Markt ist, um so weniger einzelne Persönlichkeiten ein Uebergewicht
zu erlangen vermögen, und daß einer einseitig auftretenden Richtung,
die den Verhältnissen nicht genügend Rechnung trägt, sich auf
einem großen Markte sehr bald eine wachsende Zahl von Personen
zur Gegenwirkung vereinigt gegenüberstellen wird; und zwar mit
am so größerer Chance, je richtiger sie die thatsächlichen Verhältnisse
 beurteilt.
Es kommt ferner in Betracht, daß bei den ungeheuren Ansprüchen
an Kapital, welche heutigen Tages für die verschiedensten Organe
und Unternehmungen gemacht werden, die Unterbringung der betreffenden
 Summen ohne einen solchen konzentrierten Markt, der mit dem
gesamten zahlungsfähigen Publikum in Beziehung steht, nicht möglich
wäre, wie es heutigen Tages durch die gesamten Emissionen fortdauernd.
 geschieht. Hierbei kommen in Betracht einmal die Staatsund
 Kommunalanleihen, die für den KEisenbahnbau aufgenommenen
Summen, drittens in der Form von Industrieaktien angelegten Beträge,
schließlich die bedeutenden Summen, welche als Hypothekendarlehen
der Landwirtschaft zugänglich gemacht werden und die in der neueren
Zeit immer mehr in der Form von Inhaberpfandbriefen der landwirtschaftlichen
 Kreditinstitute und Bodenkreditaktienbanken aufgenommen
und an der Börse in Umlauf gesetzt werden. Ende 1895 zirkulierten
ın Deutschland 4435 Mill. Mk. Pfandbriefe der letzteren Institute, von
ersteren über eine Milliarde (Gustar Cohn).
Alle diese Papiere werden an der Börse zum Verkaufe ausgeboten
ınd können nur untergebracht werden dadurch, daß von dem ganzen
Lande, ja auch aus dem Auslande sich die Kauflustigen an die Centralfondsbörse
 wenden und dort ihre Ankäufe machen, und daß eventuell
das Angebot auch an ausländischen Börsen geschieht, um auch dort
Käufer heranzuziehen. .
Aus den folgenden Tabellen ergiebt sich zugleich die große Mannig-/altigkeit
 der Gelegenheit der Anlage, die mit einem jeden Jahre noch
eine Erweiterung aufweist. Der Kurszettel der Londoner Börse um-{aßte
 1815 nur 30 Papiere, schon 1889 1630, Der Berliner Kurszette]
anthielt 1820 nur 11 Effekten. 1880 613. 1889 1137. neben 33 aus-
            
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