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in Englandund Ungarn, in Deutschlandin Ham burg und Bremen
war schon damals die Gründung von Aktiengesellschaften frei gegeben.
Erst das Gesetz vom 11. Juni 1870 beseitigte den Unterschied der
Gesetzgebung innerhalb Deutschlands und gab die Gründung frei. Der
Mißbrauch, der sich dann in der Gründerperiode herausstellte, veranlaßte
das Aktiengesetz vom 18. Juli 1884, das uns noch zu beschäftigen
haben wird, während seit dem 1. Januar 1900 das neue
Handelsgesetzbuch vom 10. Mai 1897 maßgebend ist, welches in der
Hauptsache sich auf das vorerwähnte Gesetz stützt. In England ist
der Ausgangspunkt für die gegenwärtigen Verhältnisse die Compagnies-Act
vom 7. August 1862, welche vielfache Abänderungen und KErgänzungen
erfahren hat, hauptsächlich 1867 und 1892, In Frankreich
war das Gesetz vom 24. Juli 1867 grundlegend und wurde ergänzt
durch das Gesetz vom 1. August 1893. In Oesterreich ist in der
Hauptsache das ältere deutsche Handelsgesetzbuch maßgebend, in
Ungarn erschien 1875 ein besonderes Handelsgesetzbuch.
Unter dieser Gesetzgebung hat sich namentlich in der zweiten
Hälfte dieses Jahrhunderts diese Gresellschaftsform eine wachsende,
man kann sagen, dominierende Stellung in dem Wirtschaftsleben errungen,
und es wird notwendig, sich die Eigentümlichkeiten derselben
zu vergegenwärtigen, um unser modernes Wirtschaftsleben richtig bearteilen
zu können.
. Die Vorteile, welche aus dieser Form dem Kapitalisten erwachsen, Vorteile der
sind die folgenden: Aktienge-1.
Durch die beschränkte Haftung und die Möglichkeit, nur einzelne Ep
Aktien zu erwerben, ist jeder Kapitalist in der I‚age, sich auch mit kston
einem kleinen Teil seines Vermögens an gewinnbringenden, aber
riskanten Unternehmungen zu beteiligen, und dieses ganz seinen Vermögensverhältnissen
anzupassen. Ein Gutsbesitzer, Kaufmann, Rentier,
Handwerker kann durch Anlage eines Teiles seiner Ersparnisse sich
an einem industriellen Etablissement, einem Bergwerk, einer KHisenbahn
beteiligen, und dadurch eine hohe Verzinsung seines Kapitals erzielen,
ohne ein über seine Verhältnisse hinaus gehendes Risiko auf sich
zu nehmen. In seiner Einlage liegt die feste Begrenzung desselben.
Er kann seinen Verhältnissen entsprechend Unternehmungen fördern,
die, abgesehen von der Verzinsung, für ihn von hoher Bedeutung sind,
wie für den Gutsbesitzer der Bau einer benachbarten Zweigbahn oder
einer Zuckerfabrik; für den Rentier städtische Anlagen, die ihm den
Aufenthalt angenehmer machen und eventuell den Wert seines Hauses
heben,
2, In der Form der Aktien, die auf den Inhaber lauten, also
5hne alle Umstände durch einfache Uebergabe einem anderen Besitzer
rechtsgültig übertragen werden können, hat der Kapitalist die Möglichkeit,
leicht über sein Geld zu verfügen. Die Aktien der größeren
Unternehmungen werden außerdem an der Börse gehandelt und finden
dort zu jeder Zeit entsprechenden Absatz. Die in Aktien angelegten
Kapitalien können deshalb zu jeder Zeit, wenn nicht besondere Hindernisse
eintreten, wie schlechter Geschäftsgang oder gar Vermögensverfall,
aus dem Unternehmen durch Verkauf der Aktien herausgezogen werden.
In unserer schnelllebigen Zeit, wo fortdauernd neue Aufgaben an einen
herantreten können, ist diese freie Verfügbarkeit von besonderer
Bedeutung und führt den. Aktiengesellschaften beständig neue Liebaber
zu.