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dem Hause Rothschild die Vermittelung von Staatsanleihen in aus-
zedehntem Maße zur Aufgabe machte (für Argentinien, Rumänien u. s. W.).
Außerdem übernahm sie den Eisenbahnbau in verschiedenen über-
seeischen Ländern, eine große industrielle Unternehmung in Paris
a. dergl. Der Gesamtbetrag der Geschäftsanteile war 1852 circa 10
Millionen Mark, 1855 20 Millionen, 1857 schon 46 Mill. und ist all-
mählich, besonders in der neuesten Zeit infolge von Fusion mit anderen
Gesellschaften bis auf 150 Mill. erhöht, nachdem eine Reihe von Jahren
eine Reduktion des Kapitals stattgefunden hatte. Die Deutsche
Bank ist erst 1870 gegründet und stellte sich von vornherein die
Aufgabe, die internationalen Geldgeschäfte des deutschen Handels mehr
und mehr in die Hand zu nehmen nnd sie den englischen Banken zu
entziehen. Deshalb kommanditierte sie schon 1872 ein Bankhaus in
New-York, errichtete noch in demselben Jahre eine Filiale in London
unter dem Namen „deutsche Agency“ allein mit 45 Mill. Mk., und
beteiligte sich in dem folgenden Jahre kommanditarisch bei dem schon
seit längerer Zeit bestehenden Pariser Bankhaus „Weisweiler & Gold-
schmidt“, 1874 beteiligte sie sich an der deutsch-belgischen Laplata-
bank, um auch in Südamerika festen Fuß zu fassen. Die 1872 in
Shanghai und Yokohama gegründeten Filialen konnten sich nicht halten.
Außerdem stationierte sie in Bremen und Hamburg Filialen als Stütz-
punkte für den internationalen deutschen Geldverkehr. Im Jahre 1886
wurde noch eine Filiale in Frankfurt, im letzten Jahre in Leipzig und
Dresden errichtet. Außerdem unternahm die Bank seit Ende der
achtziger Jahre erhebliche Eisenbahnbauten im Orient und gewann
dort eine wachsende und sogar eine dominierende Bedeutung. 1890
beteiligte sie sich an den deutsch-österreichischen Mannesmannröhren-
werken; seit 1894 an den südafrikanischen Goldfeldern.
Neben dieser ausgedehnten Thätigkeit zur Förderung neuer
industrieller Unternehmungen und der internationalen Kredit- und
Zahlungsvermittelung hat sich die Deutsche Bank von Anfang an
zur Aufgabe gestellt, den Depositen- und Checkverkehr in Deutschland
zu fördern und an sich zu ziehen. Durch die Errichtung einer
Anzahl Filialen in Berlin selbst suchte sie die Präsentierung der
Checks und damit die Anwendung derselben besonders zu erleichtern.
Während das Aktienkapital 1871 15 Mill. betrug, stieg es schon
1881 auf 56, 1894 auf 75, 1900 auf 130 Mill. Die Depositen waren
1871 8 Mill, 1884 27 Mill, 1894 75 Mill. Die Zahl der bei der
Bank gehaltenen Konti war 1883 10000, 1894 32716.
Die Dividenden der beiden erwähnten Banken haben sehr erheb-
liche Schwankungen gezeigt. Die Diskontogesellschaft zahlte von
1857—61 5%, in den folgenden Jahren 6%, 1868/69 9%, 1871/72
24 und 27%, 1876/77 4 und 5%, von 1879—87 mit unbedeutenden
Schwankungen 10%, 1889 14%, 1892/93 6%, 1899 10%, 1901 8%,
Die Deutsche Bank mußte sich in den siebziger Jahren mit dem durch-
schnittlichen Zinsfuß von 6%, begnügen. Anfang der achtziger Jahre
zahlte sie 10%, dann 6 Jahre 9% und blieb auf dieser Höhe bis
1894, 1899 stieg der Satz auf 11%, die auch in den letzten beiden
Jahren gezahlt wurden.
Die hier besprochenen Beispiele zeigen eine außerordentliche
Vereinigung der verschiedensten Bank- und Börsenthätigkeiten, und ihnen
treten mit ähnlichen Bestrebungen und bedeutenden Mitteln noch eine
ganze Anzahl andere Banken an die Seite, während die Anfang der