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wand meistens dankbarer erweist als der schlechtere. Auch hier zeigt
es sich, daß der Gang in dem wirtschaftlichen Leben nicht ein gleich-
mäßiger, sondern sehr verschiedenartiger und oft sprunghafter ist.
Aber je mehr die Kultur vorschreitet mit Zunahme der Bevölkerung
und Verallgemeinerung des Ackerbaues, um so mehr tritt die Ricardo-
sche Auffassung in ihr Recht, und die Differenzierung der Boden-
qualität, die Ungleichheit der Erträge wird immer größer, und damit
muß der bessere Boden eine Grundrente erzielen, so lange die Preise
der landwirtschaftlichen Produkte noch ausreichen, um die Produktions-
kosten auf dem dürftigen Boden zu decken, und diese Verschiedenheit
bleibt auch bestehen, wenn infolge der Bevölkerungszunahme die Preise
so weit gestiegen sind, daß auch auf dem dürftigsten Boden mehr er-
zielt wird als nur die Deckung von Arbeits- und Kapitalsaufwand.
Mit Verallgemeinerung der verbesserten Kommunikationsmittel, Verwischung
Ausbildung eines Chaussee- und Eisenbahnnetzes wird nun im Laufe der Grund-
der Zeit die Verschiedenheit der Entfernung vom Markte in der FE m
mannigfaltigsten Weise verschoben und ausgeglichen. Durch Erfahrung eatwicke-
und Wissenschaft lernt man auch die ungünstigeren Produktionsbeding- lung.
ungen durch besondere Pflanzen oder Tiere höher ausnutzen, man
denke an gewisse Gemüse, wie Spargel, Teltower Rüben, Kartoffeln,
die auch auf leichterem Boden zu kultivieren sind; an Lupinen, Sera-
della etc., an die Gründüngung, die namentlich in feuchtem Sande
Außerordentliches zu wirken vermag, an Schaf- und Ziegenhaltung auf
dürftigen Weiden. Wird dadurch bereits die Bedeutung der ländlichen
Grundrente auf höherer Kulturstufe etwas abgeschwächt, so ist dieses
in noch weit höherem Maße durch die außerordentlich großen Kapitalien
der Fall, welche jetzt in Meliorationen, Gebäuden, totem und lebendem
Inventar mit dem Boden verbunden werden und die Erträge in der
außerordentlichsten Weise steigern, so daß dagegen die Leistung der
Natur allein erheblich zurücktritt. Ferner wird durch den fort-
dauernden Besitzwechsel, wobei der gesamte Ertrag und somit auch
die Grundrente kapitalisiert den Kaufpreis bestimmt, die Steigerung
der Grundrente in ihrer volkswirtschaftlichen Wirkung außerordent-
lich verteilt und damit abgeschwächt. Es ist deshalb begreiflich,
daß man ihr in Deutschland eine praktische Bedeutung nicht mehr
zuerkennt. Unrichtig ist es aber, ihre Existenz überhaupt leugnen zu
wollen. .
Gerade in der neueren Zeit ist nun nicht ein weiterer Fortschritt,
sondern sogar ein Rückgang der Grundrente auf dem Lande in Europa
Jurch die Ermäßigung vor allem der Getreidepreise herbeigeführt, und
wenn derselbe nicht in einem stärkeren Maße in den Pacht- und Grund-
preisen zu Tage tritt, so ist dieses eben auf den Ausgleich durch
Kapitalsaufwand zurückzuführen und auf der anderen Seite durch die
Fortschritte der praktischen Erfahrung, welche es gestatten, mit den-
selben Mitteln dem Boden höhere Erträge abzugewinnen.
Daß innerhalb größerer Perioden eine Grundrente gewonnen Statistischer
wird, läßt sich auch statistisch nachweisen, indem, wie an anderer Nachweis der
Stelle gezeigt, die Produkte der Land- und Forstwirtschaft in den Grundrente.
letzten beiden Jahrhunderten weit stärker im Preise gestiegen sind als
die Manufakte. Und wenn dieses, wie erwähnt, in den letzten Dezen-
nien einer rückläufigen Bewegung Platz gemacht hat, so ist doch mit
Zuversicht anzunehmen, daß die starke Zunahme der Bevölkerung in der
kultivierten Welt dieses noch in absehbarer Zeit ausgleichen wird.