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scheidet, und Unternehmergewinn zerlegt wird, so kann der Arbeits-
lohn auf Kosten jener erhöht werden, und wir führten bereits aus, daß
namentlich auf Kosten der Kapitalsrente und vor allem des Kapital-
zinses, etwa auch auf Kosten der landwirtschaftlichen Grundrente,
thatsächlich der Arbeitslohn in den letzten Dezennien gestiegen ist.
Eine solche Verschiebung ist also nicht nur möglich, sondern durch die
neueren "Thatsachen erwiesen.
Welches waren nun die Elemente, welche hierauf den ent-
sprechenden Druck ausübten? Wenn wir auch dieses erst ausführ-
licher in der Volkswirtschaftspolitik darzulegen haben, so erscheint es
doch am Platze, wenigstens mit kurzen Worten darauf Antwort zu erteilen.
Es war vor allem die Arbeiterbewegung auf Grund der Koali-
äonen, begünstigt natürlich durch den hohen Aufschwung von Handel
und Industrie infolge der Verbesserung der Kommunikationsmittel, der
Erfindungen etc., wodurch die Lohnentwicklung günstig beeinflußt wurde.
Die reichlichere Arbeitsgelegenheit allein würde nicht hierzu ausgereicht
haben, wie England seinerzeit bewiesen hat. Erst die Weckung des
Selbstbewußtseins der Arbeiterbevölkerung zur geschlossenen Vertretung
ihrer Interessen, sowie die Hebung der Intelligenz und Reife derselben
haben das Ergebnis geliefert, und werden in den folgenden Dezennien
noch in der gleichen Richtung wirken. Der Staat hat seinerseits vor
allem durch die Arbeiterschutzgesetzgebung mit dazu beigetragen,
speziell durch die Versicherungsgesetzgebung, welche unmittelbar den
Arbeitgeber zwang, höhere Summen zu Gunsten des. Arbeiters aus-
zugeben. Ebenso zwang die Fabrikgesetzgebung die Unternehmer im
[nteresse des Arbeiters Anlagen zu machen, um seine Gesundheit
zu schützen, sich mit kürzerer Arbeitszeit zu begnügen, die Kinderarbeit
zu reduzieren, welches indirekt zu einer Lohnerhöhung beitragen mußte.
Die Thatsachen haben mithin in der neueren Zeit unzweifelhaft
dargethan, daß unsere ganze Kulturentwickelung der Arbeiterklasse
zünstig ist, und die Arbeitsrente in erheblicherem Maße gestiegen ist
als die Kapitals- und die ländliche Grundrente, Die Gegenwart liefert
fortdauernd den Beweis, daß die menschliche Arbeitskraft nicht rein
mechanisch, — naturgesetzlich — nach dem Verhältnis von Angebot
und Nachfrage bestimmt wird, sondern soziale Momente mitwirken,
die je nach der Kulturstufe einen sehr verschiedenen Einfluß ausüben.
8 83,
Der Unternehmergewinn.
Pierstorff, Der Unternehmergewinn, Göttingen 1876.
Wirminghaus, Das Unternehmen, der Unternehmergewinn ete, Jena 1886,
Mataja, Der Unternehmergewinn. Wien 1884.
4. Grofs, Der Unternehmergewinn. Wien 1884.
Walker, Franz Amasa, The source of business profits, New York 1887.
Wir haben bisher die drei Renten in ihrer Eigentümlichkeit er-
örtert, wie sie aus der volkswirtschaftlichen Arbeit hervorgehen und
sich aus den meisten Einzelwirtschaften ergeben. Diejenigen Einzel-
wirtschaften, welche nun die Produktion für fremden Bedarf auf eigene
Rechnung und Gefahr behufs Erzielung von Gewinn durchführen,
nennen wir „Unternehmen“, wobei der Sprachgebrauch die Hinzuziehung Unter-
einer größeren Zahl unselbständiger Arbeiter und eines erheblicheren nehmen und
Kapitals voraussetzt. Es ist indessen hervorzuheben, daß die wirt- Unter-
schaftliche Natur solcher Einzelwirtschaften dieselbe bleibt, ob sie in Cchmer.
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