Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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hat kein Mensch hervorgebracht, Niemand hat darauf Anspruch, sie
müssen zur freien Verfügung der Gesamtheit stehen.
Bastiat liegt es ferne, die kommunistischen Konsequenzen aus
seiner Lehre zu ziehen, vielmehr erklärt er, daß auch in unserer Zeit
die menschliche Arbeit der alleinige Maßstab des Wertes der Dinge
sei, er bekämpft deshalb die Ricardosche Grundrentenlehre. Es
seien nicht die unzerstörbaren Kräfte im Boden, die nach Ricardo
dem Grundbesitzer vermöge seines Monopoles eine Rente ohne Arbeit
zuwiesen. Was der Boden liefere, sei ihm nur durch die Arbeit des
Landwirts abgerungen, der Preis des Getreides reiche überhaupt nur
hin, diese zu bezahlen, und biete nichts darüber hinaus, Was der
Boden geliefert habe, falle dem Menschen ohne Entgelt zu. Es bestehe
thatsächlich ein Kommunismus an den Gaben der Natur. Was der
Arbeiter seinerseits fordert, den vollen Ersatz für seine Arbeitsleistung,
werde ihm thatsächlich gewährt. Der Rentier habe in seinem Kapital
nur Produkt von Arbeit, der Grundbesitzer in seinem Acker dem
Wert nach nur dasselbe, sie seien deshalb durchaus berechtigt, der
Erstere einen Zins, der Zweite Pacht zu fordern. Mit der Entwickelung
der Kultur aber sinke durch das Steigen des Kapitalvorrates der
Zinsfuß, während der Arbeiter einen wachsenden Anteil am Ertrage
gewinne. Von selbst verbessert sich daher die Lage des Arbeiters
und er erhält, was ihm zukommt, vorausgesetzt, daß man die Konkurrenz
 frei walten läßt und alle Hemmnisse aus der Welt schafft.
Eine soziale Frage existiert nicht.
Ebenso wie Ricardo geht Bastiat vollständig von der Adam
Smithschen Lehre aus, gelangt aber von der gleichen Basis an einem
ganz anderen Ziele an, allerdings mit noch mehr Willkür als jener-Eine
 außerordentlich gewandte, gefällige Sprache, geistvolle, interessante
 Darstellungsweise haben ihm weniger bei den Männern der
Wissenschaft als der Praxis sowohl in Frankreich wie in Deutschland
großen Anhang verschafft. Zur Popularisierung der Freihandelsidee
bat kaum ein Anderer soviel beigetragen als gerade Frederic Bastiat.
Er beeinflußte Napoleon III. wie Richard Cobden und die
deutschen Führer des volkswirtschaftlichen Kongresses, seinen Uebersetzer
 Prince Smith, Volkswirte wie Schultze-Delitzsch,
Karl Braun, Staatsmänner wie Michaelis und den Staatsminister
Delhrück.

Franklin
ind A, Hamiltan.


Dr. J. W. Jenks, Henry C. Carey als Nationalökonom. Jena 1885.
A. Held, Carey und das Merkantilsystem. Würzburg 1866.
Schon früh hat Amerika zwei hervorragende sozialökonomische
Schriftsteller, die zugleich hervorragende Staatsmänner gewesen sind, gehabt:
 Benjamin Franklin, der in der Hauptsache auf Smith schem
Boden stand, aber in seinem praktischen Sinne auf Grund eigener
Beobachtungen unter anderen Verhältnissen selbständige beachtenswerte
 Aufstellungen gemacht hat (s. R. Hildebrand, Benjamin
Franklin, Jahrb. f. Nat,-Oekon. 1864) und Alexander Hamilton
in seinen 1791 erschienenen Reports presented to the house of
Representative of the United States, die er als Sekretär des
Schatzmeisteramtes über die Maßreseln zu liefern hatte. durch

& 99,
b) Der Amerikaner Carey.
            
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