Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

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zweige einander nahe zu rücken und den unmittelbaren Verkehr
zwischen Produzenten und Konsumenten zu erleichtern. Daher verlangt
 er Ausbau eines großen Kanalnetzes und dann Verallgemeinerung
ler Eisenbahnen, die das Land am besten erschließen und befruchten.
Mit diesen Lehren ist der Smithianismus für alle Zeiten aus
lem Felde geschlagen und ein endgültiger Fortschritt in unserer
Wissenschaft erzielt.

Sozialis-Mur


$ 104,
Das Wesen des Sozialismus, Kommunismus und
Anarchismus,
7. Cohn, Was ist Sozialismus? Berlin 1885,
an im „Nouveau Dietionnaire de l’6conomie politique“, Bd, II.
Rud. Stammler, Die Theorie des Anarchismus. Leipzig 1898,
Etzbacher, Der Anarchismus. Berlin 1900.
In den letzten Paragraphen haben wir die Schriftsteller besprochen,
 welche Gegner der Adam Smithschen Lehre waren, sich
aber voll und ganz auf den Boden des modernen Staats und der
modernen Gesellschaftsorganisation stellten und mit den Mitteln, die
diese an die Hand geben, die vorliegenden Verhältnisse zu bessern
‘rachteten. Wir haben nun dagegen einer Richtung näher zu treten,
die nicht wie die bisherigen reformierend, sondern revolutionierend
vorgehen will, oder eine völlige Revolutionierung der gegenwärtigen
Zustände als sich von selbst vollziehend annimmt. Sie sieht die gegenwärtige
 Organisation von Staat und Gesellschaft als unhaltbar an, weil
dem Gerechtigkeitsgefühl nicht entsprechend, gleichviel ob angenommen
wird, daß die gegenwärtige Ordnung willkürlich durch die herrschende
Klasse zu ihren Gunsten so gestaltet ist, oder sich naturnotwendig
im Laufe der Zeit historisch so entwickelt hat. In dem ersteren Falle
wird dann konsequenter Weise die Beseitigung der Klassenherrschaft
durch die große, bisher benachteiligte Masse der Bevölkerung angestrebt,
 in dem letzteren wird die Umgestaltung von der weiteren Entwickelung
 von selbst mit Bestimmtheit erwartet. Es ist klar, daß
dabei außerordentlich viele Abstufungen in der Auffassung möglich
und daher auch bei den Schriftstellern zu finden sind. Man hat
dieselben in drei Gruppen geteilt, die sozialistische, die kommunistische
und die anarchistische. Ueber die Begriffsbestimmung herrschen aber
ıoch die größten Meinungsverschiedenheiten, . ja man muß sagen, es
ı1errscht darüber noch die größte Verwirrung. Wir werden uns des-1alb
 zunächst mit der Begriffsbestimmung zu beschäftigen haben.
Das Wort Sozialismus kommt bekanntlich von dem lateinischen
Socius — Genosse, socialis — genossenschaftlich her. Die Uebertragung
 in die modernen Sprachen fand in den dreißiger Jahren statt,
wo in England ein Teil der Anhänger Robert Owens den Namen
„socialism“ für ihre Lehre acceptierten (Grünberg in W. d. V.),
und etwas später erklärte Pierre Leroux, man müsse dem modernen
 Individualismus den Sozialismus gegenüberstellen. Louis Repybaud
 acceptierte den Ausdruck 1840 in seiner Schrift: „Eitudes sur
les reformateures ou socialistes modernes“,
Schon Anfang der -vierziger Jahre ist der Ausdruck dann allgemein
 im Gebrauch und in alle modernen Kultursprachen übergegangen.
Eine lange Zeit hindurch sind die Ausdrücke sozial und sozialistisch

Paris
            
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