Full text: Nationalökonomie (Teil 1)

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$ 8. 
Preis und Vermögen. 
Zuckerkandl, Theorie des Preises. Leipzig 1889. 
Leo von Buch, Intensität der Arbeit, Wert und Preis der Waren. Leipzig 1896. 
FF. Weinschenk, Das Volksyermögen. Jena 1896. 
Preis. 
Preis ist das Aequivalent für ein Tauschobjekt und zwar im all- 
gemeinen, wo nicht eine besondere Ausnahme gemacht wird, in Geld. 
Der Preis eines Pferdes ist eventuell 1000 Mk. Es ist die Summe, 
welche thatsächlich bei dem Kauf für den Gegenstand gezahlt wird, 
oder die Summe, welche dafür gefordert, der Wert, welcher von beiden, 
>der auch nur von einem Teile zum Ausdruck gebracht wird. 
In welchem Verhältnis stehen hiernach Wert und Preis? 
Sobald beide volkswirtschaftlich aufgefaßt werden, fallen sie offen- 
bar zusammen. Das Ergebnis der allgemeinen Schätzung tritt allein zu 
Tage in dem Durchschnitte der geforderten und gezahlten Preise im 
großen Verkehre. Eine Abweichung voneinander ist hier gar nicht 
denkbar. Auch privatwirtschaftlıch ist der erzielte Preis im einzelnen 
Falle der Ausdruck des Ergebnisses der gegenseitigen Abwägung des 
Wertes zwischen Käufer und Verkäufer, Für den einen Teil kann 
allerdings die Wertschätzung wesentlich anders ausfallen, als der that- 
zächlich erzielte Preis ist, Der Verkäufer kann das Pferd vielleicht 
nur auf 800 Mk. geschätzt haben, weil er gewisse Fehler kannte, die 
der Käufer nicht bemerkte, er nahm aber den höheren Preis von 
1000 Mk., die ihm der andere Teil bewilligte, weil er in seinem Ur- 
teil so weit hinauf, oder auch vielleicht noch darüber hinaus ging. 
Wenn der Käufer sich so ausdrückt, er habe das Pferd über den 
Wert bezahlt, so will er damit sagen, daß er entweder nachträglich 
arkannt, daß er bei dem Kaufe den Wert überschätzt hatte, oder, 
laß er sich in der Zwangslage befunden habe, die ihn nötigte, im 
Momente dem Pferde einen höheren Wert für seine individuellen Ver- 
hältnisse zuzuerkennen, als der gemeine oder volkswirtschaftliche Wert 
3ei. Der gezahlte Preis wird dann aber ‚doch der subjektiven Wert- 
schätzung des Käufers entsprochen haben. Wenn Marx nun selbst 
auf der einen Seite erklärt Bd. III, S. 188: „Der Preis ist normal 
nichts als der in Geld ausgedrückte Wert“, dann aber anerkennt, daß 
Grund und Boden, auf den noch keine Arbeit verwendet ist, einen 
hohen Preis haben kann, auch ohne daß derselbe bereits bearbeitet 
war, und dann sich darüber hinfort hilft, indem er Bd. III, S. 162 
sagt: „Da die Erde nicht das Produkt der Arbeit ist, also auch keinen 
Wert hat“, mithin einen strikten Gegensatz zwischen Preis und Wert 
macht, so sind das unlösbare Widersprüche. In gleicher Weise ent- 
zieht er sich den Konsequenzen seiner Begriffsdefinition, wenn er 
Bd. III, S. 292 sagt: „Von eigentlichen künstlerischen Gegenständen 
nicht zu reden, deren Betrachtung der Natur der Sache nach von 
unserem Thema ausgeschlossen ist.“ Da nun das Seltenheitsmoment 
und auf der anderen Seite die qualifizierte Arbeit überall in unserer 
Volkswirtschaft eine hervorragende Rolle spielen, so schließt Marx!) 
‚ 1) K. Marx, Das Kapital, Bd. III, 8.173: „Es ist endlich festzuhalten, daß 
jer Preis von Dingen, die an und für sich keinen Wert haben, d. h. nicht das 
Produkt der Arbeit sind, wie der Boden, oder die wenigstens nicht durch Arbeit
	        
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