Full text : Nationalökonomie (Teil 1)

62

wirkt werden. In einer Blumenfabrik wird allen Anforderungen am
besten genügt werden können, wenn das Unternehmen großartig angelegt
 ist, alle Arten von Blumen angefertigt werden können; sowohl
lie Ausnutzung des Materials wird dabei am vollkommensten sein,
wie auch die Ausbildung der Arbeitskräfte. Kin größeres Kapital wird
2ine bessere Beherrschung der Verhältnisse ermöglichen, vorhandene
Schwierigkeiten leichter überwinden können, günstige Konjunkturen im
Momente auszunutzen vermögen und gegen Mißerfolge eine größere
Widerstandskraft besitzen. Ganz besonders fällt ins Gewicht, daß
durch Anwendung der Maschinen die Naturkräfte in höherem Maße
ausgenutzt werden und überhaupt menschliche Arbeitskraft ersetzt und
in ihrer Leistung wesentlich gehoben werden kann. Je größer die
Anlage, je mehr sich gegenseitig ergänzende Maschinen in Thätigkeit
3aind, um so vollkommener wird der Ersatz der menschlichen Arbeit,
um so billiger die Gesamtleistung sein. Eine große Dampfmaschine,
die beständig im Gange ist, arbeitet pro Pferdekraft weit billiger als
sine kleine, die in einem unbedeutenden Betriebe nicht beständig im
Gange erhalten werden kann. Eine Spinnerei mit 150000 Spindeln
produziert billiger, als eine mit nur 20000 Spindeln, Ein großes
Segel- oder Dampfschiff, das die doppelte, oder gar fünffache Ladung
aufnehmen kann, bedarf im Verhältnis eine geringere Mannschaft,
braucht verhältnismäßig weniger Kohlen, befördert die Ladung weit
billiger als ein kleines Fahrzeug. In den Fabriken und sonstigen
Großunternehmungen tritt hinzu der billige Einkauf durch Bezug im
Großen und durch größere Barzahlung, wie ebenso die Absatzerleichterung
 durch bessere Verwertung der vorhandenen Verkehrsmittel.
Der Handwerker kann nicht in so ausgedehnter Weise Maschinen
anwenden wie der Fabrikant, auch wenn er die nötigen Mittel dazu
hat, sie anzuschaffen, weil er sie nicht beständig ausnutzen kann,
sondern nur dann, wenn gerade entsprechende Aufträge vorliegen. Kr
muß Vorräte halten (wie ebenso der kleine Kaufmann), nach denen
nur selten Nachfrage ist; die Ausnutzung seines Anlagekapitals ist
daher unvollständig; und verzichtet er auf die Zuhilfenahme der
modernsten Maschinen, so bleibt seine Leistung unvollkommen und
wird zu teuer, Um dem Publikum gerecht zu werden, muß der kleine
Buchbinder sich eine Menge Preßmuster und Clich6s halten, um auch
zelten geforderte Einbände auf Verlangen liefern zu können, eine
Schneidemaschine steht bei ihm einen großen Teil des Tages müßig,
äine Heftmaschine oder gar Umbiegemaschine für den Buchrücken
macht sich nicht bezahlt, noch viel weniger die anderen Maschinen, die
in einem fabrikmäßigen Betriebe allgemein zur Anwendung kommen.
Dem kleinen Mann fehlen die Verbindungen, meistens auch die allgemeine
kaufmännische Umsicht, sowohl für die Aufündung der richtigen Bezugsquellen,
 wie für die Heranziehung einer ausgedehnten Kundschaft,
welche die Fabrik durch Detailreisende zu bewirken vermag.
Durch all’ die angeführten Momente, die hier nur kurz angedeutet
werden konnten, ergiebt sich die Ueberlegenheit des Großbetriebes
über den Kleinbetrieb, welche die Ursache der modernen Entwickelung
des Fabrikwesens und der großen Unternehmungen ist.
Grenze des So bedeutsam nach dem Gesagten die Vorteile sind, welche die
EEE der Konzentrierung von Kapital und Arbeitskräften zu bieten vermag,
Se so ergiebt sich auch hier eine Grenze, über welche hinaus die Vereinigung,
 einigung immer größere Gefahren für den Betrieb selbst, wie allgemeine
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.