fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Auf dem Hauptwerk in Gerres 
heim wird Miete von den Glas 
machern nicht gezahlt. Desglei 
chen zahlt das Werk für diese die 
Steuern. Auf den meisten Zweig 
werken wird für Steuern und Miete 
eine Entschädigung gewährt. 
ARBEITERKOSTHAUS. War 
für die verheirateten Arbeiter 
durch Errichtung von Wohnhäu 
sern gesorgt, so wurde für die 
unverheirateten Leute 1902 durch 
den Bau eines Kosthauses Fürsorge 
getroffen. Pro Woche zahlt jeder 
Insasse ein Kostgeld von 6,50 M. 
VEREINSWESEN. Um den 
Arbeitern Gelegenheit zu geben, 
nach getaner Arbeit sich zu er 
holen, erwarb das Werk eine in unmittelbarer Nähe gelegene Wirtschaft mit schönem 
Garten und baute an dieselbe einen großen Festsaal. Bei der Zunahme der Arbeiterzahl 
hatten sich dieselben zu Vereinen zusammengetan, die noch heute in Blüte stehen. Es sind 
dieses der Kriegerverein mit 200, der Gesangverein mit 100, der Turnverein mit 120 und der 
Schützenverein mit 80 Mitgliedern. Außerdem besitzt das Werk eine vorzüglich ausgerüstete 
Feuerwehr, deren Leiter einen längeren Kursus bei der Berliner Feuerwehr durchgemacht hat. 
VOLKSBIBLIOTHEK, KLEINKINDERSCHULE. Im Jahre 1887 wurde die Volks 
bibliothek eingerichtet, welche zurzeit über 3000 Bände zählt. Als bei Beginn der 
90 er Jahre die Rheinische Bahnstrecke Düsseldorf - Gerresheim in Wegfall kam, kaufte 
das Werk den Bahnhof mit zugehörigem Gelände an, verlegte die Bibliothek in einen 
Wartesaal, richtete die Bureauräume als Lesehalle und einen Wartesaal als Kleinkinder 
schule ein. Eine Anzahl Zeitungen und Zeitschriften werden in der Lesehalle auf 
gelegt, in der sich jeder auf halten kann, ohne gezwungen zu sein, etwas zu verzehren. 
Die Kleinkinderschule, er 
richtet, um den Eltern Gelegenheit 
zu geben, ihre noch nicht schul 
pflichtigen Kinder unterzubringen, 
zählt heute 120 Kinder. Älteren 
schulpflichtigen Mädchen wird 
an schulfreien Nachmittagen auf 
Kosten des Werkes Unterricht im 
Stricken und Flicken erteilt. Auch 
werden seit J ahren für ältere Mäd 
chen und Frauen hier Kochkurse 
veranstaltet. — Die Benutzung 
sämtlicher vorbeschriebenen Ein 
richtungen erfolgt kostenfrei. 
Der große Güterboden des 
Bahnhofes wurde in eine Turnhalle 
verwandelt und mit den besten Ge 
räten versehen dem Turnverein des 
Werkeszur Verfügunggestellt. Das Ferdinandheim.
	        
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