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lich die Aufsaugung der kleinen Leute in grösserer Ausdehnung geschehen
Auf die von Knapp angeführten Zahlen legen wir nur wenig Gewicht, Dagegen
ist der Gutsbesitzer noch jetzt, und war er früher aus ganz anderen
Gründen noch mehr zur Verdrängung der kleinen Häusler und Bauern genötigt,
um sich Diebsgesindel vom Halse zu schaffen. Uns ist ein Fall bekannt,
wo ein Grossgrundbesitzer mit grossen Opfern ein ganzes Dorf in
seinem Walde ausgekauft hat, obgleich es ihm zu bestimmten Zeiten sehr
wünschenswerte Arbeitskräfte lieferte, weil die kleinen Häusler und Bauern
von ihrem Lande nicht leben konnten und vor allem durch Holzdiebstahl,
Wilderen, unberechtigte Ausnutzung von Wiesen und Weiden ihm einen
übermässigen Schaden verursachten. Dass die Aufsaugung dieser kleinen
Besitzer für die Gesamtheit keinen Schaden verursachte, unterliegt
keinem Zweifel. Je weiter man aber in der Zeit zurückgeht, um
so schlimmer lagen diese Verhältnisse, und ein grosser Teil dieser kleinen
Leute hatte nach der Beseitigung der Erbunterthänigkeit und
Dienstpflicht keine Existenzberechtigung. Der Gesetzesact im Beginn
des Jahrhunderts darf eben nicht vom modernen Standpunkte aus beurteilt
werden, sondern muss von dem der damaligen Zeit betrachtet
werden. Dazu kam, dass ein grosser Teil dieser Käthner als Instleute
ihre Stellung wesentlich verbesserten, indem sie das ganze Jahr über
Beschäftigung und Verdienst erlangten, was ihnen bis dahin fehlte, und
durch reichlichen Naturallohn ihr Unterhalt gleichmässig gesichert war.
Es ist eine ebenso falsche Auffassung zu meinen, dass sich allgemein
die kleinen Häussler besser stehen, als die Instleute der Gutsherren
und sie deshalb mit allen Mitteln zu erhalten gewesen seien,
wie, dass der kleine Handwerker, der ohne‘ Gehilfen arbeitet, zum
Mittelstande gehöre und eine weit bessere Stellung habe, als der Fabrikarbeiter.
Der Verfasser ist als Landwirt. ein Jahr lang in der Nieder-Unterschätzunglausitz
thätig gewesen, wo sehr allgemein die kleinen selbständigen
der Stellung Häusler des Dorfes die hauptsächlichsten Arbeiter des Gutes repräsender
Instleute. erten, während er zwei Jahre in der Provinz Posen und Westpreussen
auf dem Lande beschäftigt war, wo auf den Gütern der hauptsächlichste
Stamm aus besitzlosen in dem Gutsdorfe zur Miete wohenden
Instleuten bestand, Trotz der ungünstigeren allgemeinen wirtschaftlichen
Verhältnisse der östlichen Provinzen standen sich dort die
ländlichen Arbeiter erheblich besser, als in der Niederlausitz. Sie
waren ungebunden, konnten zu jeder Zeit das Gut verlassen und waren
ladurch in der Lage, durch die Konkurrenz höhere Löhne zu erzielen,
1amentlich an Naturalien. In der Niederlausitz waren die Häusler
Jlurch ihren Besitz gebunden und völlig von dem Gutsbesitzer abhängig,
la sie einen Nebenverdienst haben mussten und ihn nur bei diesem
fanden. Aus demselben Grunde standen sich die Instleute in den öst-‚ichen
Provinzen weit besser, als die kleinen Häusler in den umliegenden
Bauerdörfern, die nur zu gewissen Zeiten in der Ernte mit
der Sense, im Herbst namentlich bei der Kartoffelernte, reichlichen
Verdienst fanden, in der übrigen Zeit aber ihre Kräfte nur ganz ungenügend
zu verwerten vermochten. Da im Beginne des Jahrhunderts
der Kartoffelbau aber noch gar keine grössere Ausdehnung hatte, so
fehlte in jener Zeit den Häuslern auch noch dieser Verdienst. In
den letzten Dezennien haben sich die Verhältnisse der kleinen Grundbesitzer
noch dadurch wesentlich gebessert, dass viel mehr Arbeitsge-