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eine Manipulation, welche durch Zwangskurs unterstützt werden muß, sobald
über Bedarf Umlaufsmittel ausgegeben sind. Gleichgültig ist es dabei, ob
38 sich um Scheine handelt, die von der Staatskasse selbst ausgegeben
werden, wie in Rußland. den Vereinigten Staaten während des Bürgerkrieges,
oder durch große Zentralbanken, deren Noten als uneinlösbar
and als gesetzliches Zahlungsmittel erklärt sind, wie das im Beginn des
19. Jahrhunderts in England und in Oesterreich geschehen ist. Die Folgen
zu großer Papierausgabe sind in der Ausbildung des Agios für klingende
Münze bekannt und haben wiederholt zum Staatsbankerott geführt,
wie nach der französischen Revolution infolge der Assignatenwirtschaft,
In Deutschland ist durch Ges. vom 30. April 1874 dem Reiche
das Recht zur Ausgabe von Papiergeld bis zu 3 Mk. pro Kopf der
Bevölkerung zugesprochen. Der tatsächliche Umlauf betrug im Januar
1906 120 Mill. Durch Gesetz desselben Jahres sollen die größeren
Scheine aber durch Noten ersetzt werden.
Die Aufnahme einer Anleihe auf dem Wege der Ausgabe von Papierzeld
in größerem Maßstabe kann theoretisch weder vom volkswirtschaftlichen
noch finanzwissenschaftlichen Standpunkte gerechtfertigt werden,
sie bringt vielmehr eine Zerrüttung der Verkehrs- wie Finanzverhältnisse
für lange Zeit hervor, und es bedarf verhältnismäßig großer
Mittel, einschneidender Eingriffe in das wirtschaftliche Leben, um
wieder geordnete Verhältnisse herbeizuführen. Der erste Schritt ist
meistens, die tatsächliche Entwertung des Papiergeldes als gegehene
und unabänderliche Tatsache zu akzeptieren und die Einlösbarkeit der
Papiere zu dem niedrigen Kurse (legale Devalvation), also unter dem
Werte, den sie bei der Ausgabe hatten, zu verfügen. Hat der niedrige
Stand des Papieres lange Zeit bestanden, so ist dies Vorgehen durchaus
gerechtfertigt, denn die momentanen Inhaber werden dadurch im
allgemeinen nicht geschädigt, da sie das Papier bei dem schnellen Umsatz
selbst zu diesem Kurse erhalten haben. Die Einlösung zum Parikurse
würde ihnen ein (5eschenk zuführen, auf welches sie kein Anrecht
haben, und die Staatskasse übermäßig belasten. Schwierigkeit
macht die Tilgung älterer Schulden, für welche gesetzlich der zu akzeptierende
Maßstab nach Billigkeit aufgestellt werden muß. Durch eine
verzinsliche Anleihe sind die nötigen Barmittel zu beschaffen, um die
Papierschuld zu tilgen. Wo der Zustand noch nicht lange gewährt
hat, ist die Hebung des Kurses auf die frühere Höhe durch Aufnahme
der Barzahlung zu erstreben. So sind 1878 die nordamerikanische
Union, 1881 Italien vorangegangen, welche aber 1894 wieder die
Einlösung der Staatsnoten gegen Metallgeld einstellen mußte. In Rußland-ist
1897 (der Rubel zu 2,16 Mk. statt 3,24 Mk.), wie ebenso
in Oesterreich (der Gld. zu 1.7 Mk. statt 2 Mk.) die Devalvation
zollzogen.
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Die Statistik der Anleihen,
4. Wagner in Schönbergs Handb, III, 1, S, 860: Die Etats der betr. Staaten.
Wilhelm Kähler, Die preußischen Kommunalanleihen. ‚Jena 1897.
othaischer genealogischer Hofkalender. Gotha 1905.
Statesman’s Yearbook. London 1905, und die offiziellen statist. Jahrbücher
ler betr. Staaten.
Die Aufstellung einer Statistik der Staatsschulden hat große
Schwierigkeit, da die Zahlen in jedem Lande etwas anderes bedeuten.